Bauhof wird zum Ausstellungsstück

Bild: KlimaExpo.NRW

Dr. Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW, überreicht die Urkunde an Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann. Bild: KlimaExpo.NRW

Der interkommunale Bauhof an der Neubeckumer Straße wird Teil der KlimaExpo.NRW und damit eines von landesweit 1 000 Vorzeigeprojekten in Sachen Klimaschutz.

Das Land Nordrhein-Westfalen will bis 2022 landesweit 1 000 innovative Klimaschutz-Projekte in einer großangelegten Ausstellung sicht- und erlebbar machen. Die sogenannte KlimaExpo.NRW dient damit als Leistungsschau von Vorreitern in NRW in Sachen Klimaschutz. Der interkommunale Bauhof ist Schritt 207.

Bei der offiziellen Übergabe der Urkunde durch die Verantwortlichen der Klima.Expo erörterte Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann die Hintergründe zum interkommunalen Bauhof. Das Gemeinschaftsprojekt der Stadt Beckum mit dem Kreis Warendorf (als Mieter) war 2013 an der Neubeckumer Straße eröffnet worden. So wurden ehemals 4 Standorte unter einem Dach vereint, was zu zahlreichen Einsparungen führte.

Zahlreiche Synergieeffekte sowie Einsparungen bei Energiebedarf und Kosten
Der klimafreundliche und energieautarke Neubau mit einer Fläche von etwa 1 100 Quadratmetern weist einen Energiebedarf von 124,5 kWh pro m² im Jahr auf. Synergieeffekte ergeben sich bei Arbeitsprozessen und Ausstattung, beispielsweise durch die gemeinsame Nutzung von Räumen und Fahrzeugen sowie durch Personalaustausch. Jährlich werden gegenüber der früheren Situation 136 Tonnen CO2 eingespart.  Die auf dem Dach montierte Photovoltaik-Anlage bringt 119 kwp (Kilowattpeak) in der Spitze, die Hackschnitzelheizung eine Wärmeleistung von 126 kw. Mit Beginn des Jahres 2017 wurde bedarfsweise zusätzlicher Strom auf Ökostrom umgestellt. Aufgefangenes Regenwasser wird zum Reinigen der Maschinen benutzt. Außerdem gibt es einen eigenen Brunnen. Kreis und Stadt sparen so jeweils jährlich rund 100.000 Euro Betriebskosten.

Konsequenter Planungsprozess führt zum Erfolg
Im Rahmen einer kreisweiten Projektgruppe von Tiefbauämtern und Bauhöfen ist die Idee eines gemeinsamen Bauhofes entwickelt worden. Beteiligt an dem Prozess waren neben Landrat, Bürgermeister, Kämmerer und Umweltdezernent, die Leitungen der Ämter für Umweltschutz sowie insbesondere die Betriebsleiter der Bauhöfe. Die Idee zum energieautarken Betriebshof kam von den Städtischen Betrieben Beckum. Im Rahmen der Planungen zum neuen Interkommunalen Bauhof wurde auf die eigene Strom- und Wärmeversorgung besonderen Wert gelegt.

Rat und Kreistag gaben im April 2011 grünes Licht. Der Baubeginn war im Januar 2012, der Umzug Mitte 2013.