Haarige Angelegenheit

Es gibt inzwischen mehrere Fundstellen, an denen sich Eichenprozessionsspinner tummeln. Die Haare der Raupen können allergische Reaktionen auslösen. 

Einzelne Bäume an einem Wanderweg im Eichengrund, im Gewerbepark Grüner Weg und am Rundwanderweg des Freizeitsees Tuttenbrock sind vom Eichenprozessionsspinner befallen. Die Bereiche sind abgesperrt, die Wege aber weiterhin passierbar. Das durch die Stadt Beckum beauftragte Fachunternehmen wird die Beseitigung schnellstmöglich vornehmen. Sobald die Raupen abgesaugt sind, werden die Absperrungen wieder entfernt. Auch ein Privatgarten im Beckumer Süden ist betroffen. Ein erster Fund war Mitte Mai auf dem Gelände des Kopernikus-Gymnasiums Neubeckum festgestellt worden. Die Raupen wurden während der Pfingstferien durch eine Fachfirma beseitigt.

Brennhaare enthalten Nesselgifte
Die Raupen werden zwischen 0,5 bis 4 Zentimeter groß und wandern in einer langen Reihe wie in einer Prozession vom Nest zu den Fressplätzen und zurück. Die Nester finden sich insbesondere an Eichen, gern in Astgabeln, aber auch am Stamm. Ab Mitte Mai entwickeln die Raupen Brennhaare, die Nesselgifte enthalten. Bis zur Verpuppung etwa Juni/Juli sind die Raupen aktiv auf der Nahrungssuche (vor allem Eichenblätter), sodass ein Kontakt mit den Brennhaaren am wahrscheinlichsten ist. Die Brennhaare sind oft auch noch in alten Nestern, an Häutungsresten oder toten Raupen aktiv. Das in den Brennhaaren enthaltene Nesselgift kann allergische Reaktionen auslösen. Es entstehen sehr unangenehme Hautreaktionen mit punktuellen Rötungen, Juckreiz und Brennen (dieses kann bis zu 14 Tage anhalten). Es kann zudem zu Reizungen der Augen-Bindehaut oder im Mund-/Rachenraum kommen, teilweise auch mit Halsschmerzen und Husten. In seltenen Fällen sind asthmaähnliche Beschwerden möglich, in sehr seltenen Fällen allergische Schockreaktionen.

Daher sollten Nester und Raupen nie berührt werden, zu befallenen Bäumen ist Abstand zu wahren!

Was ist zu tun, wenn ein Befall mit Eichenprozessionsspinnern festgestellt oder vermutet wird?

  • Die Bereiche unterhalb der Baumkronen sind zu meiden, eine Absperrung wird empfohlen.
  • Die Eigentümerin bzw. der Eigentümer des betroffenen Baumes ist zu informieren. Diese(r) muss die erforderlichen Maßnahmen veranlassen.
  • Die Beseitigung sollte durch eine geeignete Fachfirma erfolgen. Es ist Schutzkleidung erforderlich, um direkten Kontakt mit den Brennhaaren zu vermeiden.
  • Befallene Bäume auf städtischen Flächen können unter 02521-29 417 bzw. der Rufbereitschaft 0174 3345480 gemeldet werden.

Was ist bei Kontakt mit den Brennhaaren zu tun?

  • Kleidung, Schuhe etc. ausziehen, diese nicht in den Wohnbereich bringen, Kleidung möglichst bei 60° C waschen.
  • Kalt duschen und die Haare waschen, Augen mit lauwarmen Wasser, Mund mit kaltem Wasser reichlich spülen.
  • Im Zweifelsfall die Hausärztin/den Hausarzt aufsuchen, bei Schocksymptomen die Notrufnummer 112 wählen.