Zeichen setzen gegen das Vergessen

Mit der Verlegung von insgesamt 32 „Stolpersteinen” trägt die Stadt Beckum dazu bei, dass die Erinnerung an die zumeist jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Beckum lebendig bleibt.

Die Aktion „Stolpersteine” wurde von dem Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen. An dem Projekt haben sich seit 2003 über 300 Städte in Deutschland sowie in Österreich, Ungarn und den Niederlanden beteiligt und dadurch ein Zeichen gesetzt gegen das Vergessen, aber auch gegen Nationalismus und Extremismus.

Auch die Beckumer „Stolpersteine” sind ein solches Zeichen. Erfreulich ist dabei, dass das Projekt von vielen Bürgerinnen und Bürgern unterstützt wird. So wurden die Steine komplett aus Spendengeldern in Höhe von rund 3.000 Euro finanziert, die von vielen Einzelpersonen, von Hauseigentümern, aber auch von Schulklassen, politischen Parteien und Vereinen gegeben wurden. Auch die rege Teilnahme an der vorab durchgeführten Informationsveranstaltung und an der Verlegung der Steine demonstrierte das Interesse der Bürgerschaft.

Der Rat der Stadt Beckum unterstützt die Aktion „Stolpersteine” und nimmt die Angebote der Bürgerinnen und Bürger sowie verschiedener Vereine und Gruppen zur Übernahme von Patenschaften an. Hierzu hat der Rat der Stadt Beckum am 27. September folgenden Beschluss gefasst: „Die Verwaltung wird beauftragt, alle erforderlichen Schritte einzuleiten und mit dem Ziel zu koordinieren, die Aktion „Stolpersteine” im Jahr 2007 durchzuführen.” Am 13. März 2007 verlegte Gunter Demnig in der Nordstraße die ersten Stolpersteine. Am 5. Juni 2008 wurde die Aktion „Stolpersteine in Beckum” fortgesetzt.

Stolpersteinverlegung im Jahr 2007
Gunter Demnig verlegt zwei Steine vor dem Haus Nordstraße 8
Viele Beckumerinnen und Beckumer nahmen Anteil an der Stolperstein-Verlegung
Louis und Therese Rose lebten bis zu ihrer Deportation 1942 im damaligen jüdischen Gemeindehaus, hinter dem sich bis zur Reichsprogromnacht die Synagoge befand.

Was sind "Stolpersteine"?

Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Pflaster der Straße oder des Gehwegs einlässt. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Auf den Steinen steht geschrieben:

HIER WOHNTE... Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch.

 „Stolpersteine” …

  • sind pflastersteingroße Betonwürfel, die vor Häusern oder Grundstücken ehemaliger jüdischer Bewohnerinnen und Bewohner in das Straßenpflaster eingelassen werden,
  • tragen eine Messingtafel mit der Aufschrift „Hier wohnte … Deportiert … Ermordet in …”
  • erinnern an Vertreibung und Vernichtung unter dem NS-Regime,
  • markieren den Beginn des Weges, der im Vernichtungslager endete,
  • lenken den Blick auf das einzelne Schicksal,
  • sollen „begangen” werden,
  • sind zugleich Kunst im öffentlichen Raum,
  • werden mit Zustimmung des Zentralrats der Juden und der Gedenkstätte Yad Vashem verlegt,
  • werden durch Patenschaften von Bürgerinitiativen, Vereinen, Verbänden, Schulen, Nachkommen von Opfern und anderen Einzelpersonen finanziert.

 Homepage der Aktion Stolpersteine

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Stolpersteine befinden sich vor den Häusern:

  • Alleestraße 35
  • Clemens-August-Straße 1
  • Nordstraße 8
  • Nordstraße 11
  • Nordstraße 16
  • Nordstraße 24
  • Nordstraße 32
  • Nordstraße 34
  • Nordstraße 52
  • Oststraße 13
  • Oststraße 14
  • Oststraße 35
  • Vorhelmer Straße 13
  • Weststraße 32

Die Beckumer Stolpersteine wurden in den Jahren 2007 und 2008 verlegt. In einer ausführlichen Dokumentation wurden alle Fakten zusammengefasst.

 Dokumentation Stolperstein-Aktion