Fakten zur Entscheidung zu den Grundschulstandorten

(auf der Grundlage der Aussagen von Eltern der Eichendorffschule im Internet und bei Veranstaltungen)

Aussage 1: "Die Zusammenlegung der Schulen erfolgte zur Belebung der Kettelerschule."
Antwort 1

Die Entscheidung zur Nutzung der ehemaligen Kettelerschule als Grundschulstandort stand erst am Ende einer Kette von Untersuchungen und Abwägungen.
Dazu gehörte unter anderem zunächst auch die Überlegung zur Deckung des Raumbedarfs der Sekundarschule anstelle eines Erweiterungsbaus an deren Standort. Ausgangspunkt für viele Schulentwicklungsentscheidungen war die demografische Entwicklung und die Veränderung des Elternwahlverhaltens.

1.1. Zurückgehende Schülerzahlen
Aus den Schulstatistiken der vergangenen Jahre wurde deutlich, dass die Zahl der Schülerinnen und Schüler kontinuierlich zurückging. Ausgehend vom Schuljahr 2000/2001 mit einer Gesamtzahl von 5.056 Schülerinnen und Schülern, davon 1.789 in den Grundschulen, besuchen im Schuljahr 2019/2020  insgesamt 3.879 Schülerinnen und Schüler die allgemeinbildenden Schulen in Beckum, davon befinden sich 1.268 in den Grundschulen.
Der Handlungsbedarf ergab sich aus dem Rückgang von 1.177 Schülerinnen und Schülern insgesamt und 521 bei den Grundschulen. Das sind allein bei den Grundschulen knapp 30 Prozent weniger Schülerinnen und Schüler als noch vor etwa 19 Jahren. Bei den weiterführenden Schulen hatte das Elternwahlverhalten eine Neuordnung in Gang gesetzt, die zur Neugründung von zwei Schulformen führte.

1.2. Ganzheitliche Begutachtung der vorhandenen Grundschulgebäude nach festgelegten Kriterien
Bei den Grundschulen war im Stadtteil Beckum eine grundlegende Betrachtung erforderlich unter Berücksichtigung der Bausubstanz der vorhandenen Schulgebäude,

  • des energetischen Standards,
  • der voraussichtlichen Sanierungskosten ,
  • der Kosten der Bewirtschaftung,
  • des Modernisierungsbedarfs und der Modernisierungsfähigkeit
  • der Anforderungen der Inklusion mit den erforderlichen räumlichen Ressourcen,
  • der künftigen Bereitstellung von Plätzen in den Offenen Ganztagsschulen (OGS) mit Rechtsanspruch,
  • der notwendigen Ausstattung für kommende Anforderungen,
  • der Erreichbarkeit vor dem Hintergrund möglichst kurzer Schulwege aus gesamtstädtischer Sicht,
  • der Notwendigkeit der Schülerbeförderung,
  • der künftigen Auslastung angesichts der demografischen Entwicklung und nicht zuletzt
  • der vorhandenen Mängel aus der Sicht der jeweiligen Schulleitung.

Der Schul-, Kultur- und Sportausschuss beschloss hierfür am 23. November 2016 den umfassenden Kriterienkatalog, der die Grundlage für eine objektive Bewertung der Standorte bildete.
Die Ergebnisse wurden am 22. Juni 2017 den Fraktionen vorgestellt. Sie waren Ausgangspunkt für das weitere Vorgehen, auch unter dem Aspekt eines zukunftsfähigen Schulangebotes durch Bündelung der verfügbaren Mittel im Rahmen einer wirtschaftlichen Haushaltsführung und unter Berücksichtigung gesamtstädtischer Erfordernisse. Eine interfraktionelle Arbeitsgruppe hat sich in der nachfolgenden Zeit intensiv mit den Zukunftsperspektiven beschäftigt.

 

Aussage 2: "Planungssicherheit ist nicht gegeben."
Antwort 2

Die Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker haben diesen Begriff im Entscheidungsprozess geprägt. Gemeint war die Planungssicherheit für die Eltern im Hinblick auf die voraussichtlichen Grundschulstandorte. Es sollte für die Eltern bei der Wahl einer Grundschule so früh wie möglich klar sein, welche Grundschulen im Stadtgebiet langfristig verfügbar sein würden. Zeitplanungen für konkrete Baumaßnahmen spielten zu diesem Zeitpunkt noch keine Rolle. Außerdem stand der möglichst frühzeitige pädagogische Planungsprozess der beteiligten Grundschulen im Vordergrund.

 

Aussage 3: "Die Wirtschaftlichkeit der Entscheidung des Rates für den Standort der ehemaligen Kettelerschule ist fraglich."
Antwort 3

Für die Prüfung der Wirtschaftlichkeit ist nicht das aktuell veranschlagte Budget maßgebend, sondern die vorausgegangenen Ermittlungen und Berechnungen im Rahmen der unter 1.2 dargestellten Kriterien. Die beiden Gebäude der ehemaligen Kettelerschulen waren zu diesem Zeitpunkt bereits umfassend saniert und energetisch erneuert.
Für die Paul-Gerhardt-Schule hätten allein für bauliche Instandsetzung ohne dringend notwendige Erweiterungen für Differenzierungen, Inklusion und den Ausbau von OGS-Plätzen etwa 1,83 Mio. Euro (Stand 2017) bereitgestellt werden müssen. Vor dem Hintergrund der Prüfung nach dem Kriterienkatalog erübrigten sich weitere Kalkulationen für diesen Standort.
Bei der Eichendorffschule handelt es sich um ein Schulgebäude in Fertigbauweise (eingeschossige Raumzellenbauweise) aus dem Jahr 1972 mit einer Erweiterung aus dem Jahr 2003. Die allgemeine Bausubstanz, der erhebliche energetische Sanierungsbedarf, das fehlende Raumangebot für eine OGS, wenn der Rechtsanspruch dort erfüllt werden soll, die Modernisierung nach den zukunftsfähigen Standards mit dem Raumbedarf für Differenzierung und Barrierefreiheit, die demografische Entwicklung und die Lage der Schule im Stadtgebiet sowie weitere Aspekte nach dem Kriterienkatalog, führten 2017 zur Vorbereitung der Entscheidung, die Schule an diesem Standort zugunsten der Gebäude der ehemaligen Kettelerschule aufzugeben, die die unter 1.2 genannten Kriterien besser erfüllen.

 

Aussage 4: "Die Herrichtung der ehemaligen Gebäude der Kettelerschule wird teurer als das veranschlagte Budget."
Antwort 4

Zum Zeitpunkt der Veranschlagung für die Haushaltsjahre 2019 und 2020 lagen weitergehende Pläne noch gar nicht vor. Mit der Entscheidung für Umbaumaßnahmen im Sinne einer zukunftsfähigen Schule, in der moderne pädagogische Konzepte und der Gedanke der Inklusion verwirklicht werden sollen, sind die Kosten hierfür im Zuge der konkreten Planung und Kalkulation zu ermitteln und zu veranschlagen. Letztlich werden die Kosten durch die Ergebnisse der Ausschreibungen bestimmt. Die Investitionen mit den Folgekosten für Gebäudeunterhaltung, Betriebskosten, Personalkosten des Hausmeisters und der Schulsekretärin fallen langfristig nur für eine Schule an.

 

Aussage 5: "Der Umbau der ehemaligen Kettelerschule entspricht nicht den gesetzlichen Normen der Inklusion."
Antwort 5

Die Stadt Beckum hat am 20.09.2018 einen Inklusionsplan verabschiedet, damit die Belange von Menschen mit Behinderung gewahrt werden. Bei Bauanträgen muss seit dem 01.01.2020 ein Barrierefrei-Konzept nach § 9 a Bauprüfverordnung beigefügt werden. Hierzu wird als Fachnorm die DIN 18040-1 herangezogen. Diese gilt vorrangig für Neubauten, daher ist sie für Umbauten sinngemäß anzuwenden.

Für die Umsetzung der einzelnen Anforderungen bei Umbauten oder Modernisierungen gib es einen Ermessensspielraum. Daher wurden mit den Fachleuten des Gebäudemanagements, der Behindertenbeauftragten und den Experten der Bauordnung Lösungen gesucht, die in einem denkmalgeschützten Gebäude anwendbar sind. Konkret werden die Anforderungen der DIN 18040-1 auf das Bestandgebäude in vielen Teilen angewendet und bei den Planungen entsprechend berücksichtigt. In dem denkmalgeschützten Bestandsgebäude kann der Ausbaustandard nicht in vollem Umfang mit einem Neubau vergleichbar sein. Keineswegs werden nur Mindeststandards erfüllt.

 

Aussage 6: "Es entstehen weitere Kosten für den Umbau des Grundschulgebäudes - Umbaupläne liegen nicht vor."
Antwort 6

Die grundsätzliche Aussage, dass weitere Kosten entstehen ist richtig, aber nicht neu. Die Planungen für das ehemalige Grundschulgebäude beginnen in den nächsten Wochen. Erst wenn konkrete Nutzungsanforderungen vorliegen, können nach den üblichen Prüfungen (Bauordnung und Brandschutz unter Beteiligung der Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen) entsprechende Kosten ermittelt und veranschlagt werden. Da das zweigeschossige Gebäude grundsätzlich instandgesetzt wurde und bereits über eine Mensa verfügt, ist der Investitionsaufwand gemessen an notwendigen Baumaßnahmen an anderen Standorten deutlich geringer.

 

Aussage 7: "Es ist zusätzlich eine Instandsetzung der Turnhalle erforderlich."
Antwort 7

Die Renovierung der (Doppel-)Sporthalle und des Umkleidetraktes erfolgt losgelöst von der Grundschulnutzung, da die Sporthalle auch für den Vereinssport genutzt wird. Die Sanierung hat bereits begonnen und ist in der Finanzplanung weiter schrittweise vorgesehen. Die Sanitäranlagen im Umkleidetrakt werden anlässlich der Sanierung durch ein behindertengerechtes WC ergänzt. Dies ist für das Jahr 2021 vorgesehen.

 

Aussage 8: "Ein barrierefreier Umbau für die Unterbringung lediglich einer Schule (Paul-Gerhardt-Schule) am Standort der Kettelerschule würde bei weitem nicht so viel Geld verschlingen."
Antwort 8

Die Gründe für den Standort der Kettelerschule sind zuvor hinreichend dargelegt. Beim Umzug nur einer Schule ergibt sich am Standort der ehemaligen Kettelerschulen aus baufachlicher Sicht keine Kosteneinsparung (vgl. Erläuterung unter 1.4). Vielmehr würden nach baufachlicher Expertise erhebliche Kosten am Standort der Eichendorffschule für die Instandsetzung, für die Erweiterungen für die Differenzierungsräume und für bauliche Maßnahmen zur Barrierefreiheit sowie für die Schaffung der räumlichen Voraussetzungen für ein künftiges OGS-Angebot verursachen. (vgl. Antwort 3)

 

Aussage 9: "Die Eichendorffschule ist bereits weitestgehend auf Inklusion ausgelegt."
Antwort 9

Eine „weitest gehende Auslegung auf Inklusion“ trifft im Vergleich zu anderen Grundschulen und gemessen an den jetzt geforderten Standards für die Eichendorffschule nicht zu. Am Haupteingang befindet sich eine Treppenanlage. Zugänge für Personen mit Mobilitätseinschränkungen sind nur vom Schulhof aus möglich. Auch an allen anderen Grundschulstandorten sind die Gebäude grundsätzlich teilweise mit dem Rollstuhl zugänglich. An keiner Grundschule gibt es rollstuhlgerechte automatische Türanlagen.
Alle Grundschulen nehmen seit Jahren Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf auf. Überwiegend sind es Kinder mit dem Förderschwerpunkt Lernen. In der Eichendorffschule und in der Sonnenschule gibt es aktuell jeweils ein Kind mit körperlichen und motorischen Entwicklungsstörungen, jedoch zurzeit kein Kind, das einen Rollstuhl benötigt. In der Sonnenschule sind Klassenräume über eigene zusätzliche Außentüren zugänglich. Die Bezeichnung „Ort des gemeinsamen Lernens“ wurde von allen Grundschulen angestrebt. Die obere Schulaufsicht bei der Bezirksregierung Münster hat allerdings diese Lernorte zahlenmäßig begrenzt, weil damit auch die Zuweisung von Stellen für Sonderpädagogische Lehrkräfte verbunden war. Diese werden nach Bedarf stundenweise zu den übrigen Schulen abgeordnet. In der Sonnenschule arbeitet zum Beispiel eine abgeordnete Lehrkraft mit voller Stundenzahl. Ein sonderpädagogischer Förderbedarf wird oftmals erst während der Grundschulzeit nach der Schuleingangsphase förmlich festgestellt. Mit der Bezeichnung „Ort des gemeinsamen Lernens“ ist im Vergleich der Grundschulen keine herausgehobene Funktion im Sinne der Inklusion verbunden.

 

Aussage 10: "Personen mit Bewegungseinschränkungen müssen aus Gründen der Sparsamkeit im Evakuierungsfall im Gebäude zurückbleiben."
Antwort 10

Je höher ein Gebäude ist, desto mehr Zeit benötigt die Feuerwehr, um bei einem Brand in den oberen Etagen die Brandstelle zu erreichen. Das Personal der Feuerwehr muss außerdem seine Ausrüstung in das betroffene Brandgeschoss befördern. In Hochhäusern (Gebäude mit einer Höhe von mehr als 22 Metern) ist der Einbau von Feuerwehraufzügen deshalb nach dem Bauordnungsrecht verpflichtend. Feuerwehraufzüge sind jedoch kein Bestandteil der baurechtlich geforderten Rettungswege.

Die Rettung von motorisch eingeschränkten Personen wird zunächst durch eine sogenannte horizontale Verschiebung in einen brandschutztechnisch abgetrennten Bereich sichergestellt. Vorteil einer Rettung in der Horizontalen ist, dass Personen, die im Rollstuhl sitzen oder anderweitig motorisch eingeschränkt sind, schnell und ohne Kraftaufwand in Sicherheit gebracht werden können. Diese Rettung in der Horizontalen wird bei der geplanten Umbaumaßnahme in der Kettelerschule durch die bauliche Aufteilung aller Geschosse in mindestens zwei – in den nicht zu ebener Erde liegenden Geschossen sogar drei – Rauchabschnitte erreicht. Damit wird die komplette Verrauchung eines Geschosses weitgehend ausgeschlossen, sodass unabhängig vom Brandort immer ein Teilbereich auf der Ebene rauchfrei und sicher bleiben sollte.

Ein Brandschutzkonzept muss zwingend mit dem Bauantrag eingereicht werden. Im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens wird zwischen der Schulleitung und der Brandschutzdienststelle eine Brandschutzordnung abgestimmt. Diese schließt auch die organisatorischen Maßnahmen zur Rettung von Personen ein. Das sieht auch die derzeit gültige Schulbaurichtlinie NRW vor. Zudem besteht die zusätzliche Möglichkeit motorisch eingeschränkte Personen über sogenannte Evakuierungsstühle über die Treppe zu transportieren. Diese ermöglichen eine schnelle Rettung ohne großen Kraftaufwand.

 

Aussage 11: "Die Zügigkeit der Grundschulen ist nicht ausreichend."
Antwort 11

Die Verteilung der Schülerinnen und Schüler auf die Grundschulen richtet sich nach dem Elternwahlverhalten. Die Schulleitungen entscheiden über die Aufnahme im Rahmen der vom Schulträger festgelegten Kapazitäten. Bei der Schulentwicklungsplanung für die Grundschulstandorte wurde von 9 Zügen ab 2021 ff für den Stadtteil Beckum ausgegangen (vgl. Anlassbezogene Schulentwicklungsplanung 2018 für die Standorte der Grundschulen, Seite 14). Eine Überprüfung findet in jedem Jahr statt. Der Neubau der Sonnenschule wurde für mehr als zwei Züge vorgesehen. Insofern findet hier planerisch ein Ausgleich statt. Die Begrenzung der Zügigkeit erfolgte zunächst, um an zwei Bestandsschulen falls erforderlich Räume für den OGS-Ausbau anbieten zu können. Nach dem künftigen Elternwahlverhalten und dem Bedarf an OGS-Plätzen kann gegebenenfalls eine Anpassung vorgenommen werden, sofern die Entwicklung der Zahl der schulpflichtig werdenden Kinder dies erfordert. Künftig wird es möglich sein, jahrgangsweise auch an wechselnden Standorten sogenannte Mehrklassen einzurichten, ohne dass zunächst Zügigkeiten grundsätzlich geändert werden müssen. Hier werden das Elternwahlverhalten und die räumlichen Rahmenbedingungen an den Standorten berücksichtigt. Auch hierbei können die von den Eltern in anderem Zusammenhang geforderten Wirtschaftlichkeitserwägungen nicht außer Acht gelassen werden.

 

Aussage 12: "Das Platzangebot am Standort der Kettelerschule für 400 Schülerinnen und Schüler ist fraglich. Für 29 Schülerinnen und Schüler stehen 53 qm zur Verfügung."
Antwort 12

Diese Behauptung ist nicht nachvollziehbar. In den Gebäuden der ehemaligen Kettelerschule(n) stehen im Hauptgebäude 18 Allgemeine Unterrichtsräume, 4 große ehemalige Fachräume mit Nebenräumen, Schulleitungs- und Verwaltungsräume, Lehrerzimmer, Bibliothek usw. zur Verfügung. Durch die Zusammenfassung von Klassenräumen entstehen große Unterrichtsbereiche. So werden zum Beispiel aus 3 ehemaligen Klassenräumen plus neu entstehende Clusterflächen in den breiten Fluren etwa 180 qm Unterrichtsfläche für 50 bis 58 Schülerinnen und Schüler = 2 Parallelklassen eines Jahrgangs.
Das Nebengebäude verfügt über 9 Klassenräume mit Differenzierungsräumen und einen Mensabereich von 110 qm zuzüglich möglicher Erweiterungsfläche von 57 qm für Küche und Essbereich im ehemaligen Lehrerzimmer der Grundschule. Die konkrete Planung für die Raumnutzung beginnt in diesen Tagen. Die Mensa kann außerhalb der Mahlzeiten als Mehrzweckraum für verschiedene Angebote genutzt werden.

 

Aussage 13: "Der Standort wird dem künftigen Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz nicht gerecht."
Antwort 13

Zunächst einmal bedeutet ein künftiger Rechtsanspruch nicht, dass es zwangsläufig einen steigenden Bedarf gibt. Zurzeit erhalten alle angemeldeten Kinder einen Platz in der Offenen Ganztagsschule (OGS), der Bedarf wird also vollständig gedeckt. In Einzelfällen kann es im Laufe des Schuljahres bei zusätzlich entstehendem Bedarf kurze Wartezeiten geben. Durch Fluktuation können auch diese kurzfristigen Bedarfe schon jetzt zeitnah gedeckt werden. Die OGS am neuen Standort hat im Erdgeschoss des Hauptgebäudes eine Fläche von mehr als 500 qm. Hinzu kommt die Mensafläche im Nebengebäude von 167 qm. Damit beträgt das vorgesehene Flächenangebot für die OGS rund 667 qm. In allen OGS-Schulen werden für die Betreuung außerdem die Klassenräume, die Sporthalle und das Schulgelände genutzt. Aktuell verfügt die Paul-Gerhardt-Schule über die Räume im ehemaligen Hausmeisterhaus von insgesamt 150 qm und einen Speiseraum im Keller incl. Küche von 115 qm, insgesamt rund 265 qm. Die Eichendorffschule hat für die Nachmittagsbetreuung einen Mehrzweckraum mit Küchenzeile mit 73 qm und einen weiteren Raum für die Betreuung mit 64 qm, insgesamt 137 qm. Es tritt also eine wesentliche räumliche Verbesserung ein, die auch einem steigenden Bedarf gerecht wird.
An der Eichendorffschule müssten Eltern mit einem Bedarf für einen OGS-Platz und mit Rechtsanspruch künftig abgewiesen werden. Eine OGS wird dort nicht angeboten. Eine Einrichtung erfordert erhebliche Investitionen für notwendige Erweiterungen. (vgl. Antwort 1.2 in Verbindung mit Antwort 3)

 

Aussage 14: "Es fehlt ein Versammlungsort für die gesamte Schulgemeinde."
Antwort 14

Eine Aula oder ein Versammlungsort für die gesamte Schulgemeinde ist der Wunsch aller Schulen. Räume in diesen Dimensionen lassen sich nicht durchgängig vorhalten. In der Regel werden die Sporthallen für diese Zwecke genutzt. Die Sporthallen können zu Versammlungsstätten umgewandelt werden, z. B. durch weitere Notausgänge oder Fluchttüren. Größere Räume für Veranstaltungen mit bestimmter Personenzahl stehen auch in den Mensen zur Verfügung.

 

Aussage 15: "Gefordert sind kleine Lernfamilien und kleine Klassen! Es werden große Klassen provoziert."
Antwort 15

Die Klassenstärken werden durch das Schulgesetz bestimmt. Für die Grundschulen gilt eine Bandbreite von 15 bis 29 Schülerinnen und Schüler. Danach wird die mögliche Zahl der Klassen berechnet. Für die Eingangsklassen gilt als Höchstgrenze die Kommunale Klassenrichtzahl. Sie entsteht, indem man die Zahl der schulpflichtig werdenden Kinder durch 23 teilt. Diese Klassenrichtzahl wird nur wirksam, wenn sie mit dem Elternwahlverhalten übereinstimmt. Sie kann unterschritten werden, wenn die Anmeldungen ein anderes Wahlverhalten ergeben. Eine Überschreitung ist unzulässig. Deshalb gehen kleine Klassen immer zu Lasten benachbarter Schulen.
Die Stadt Beckum als Schulträgerin ist verpflichtet, für gleiche Bedingungen zu sorgen. Das heißt, es darf nicht dauerhaft zu kleine oder zu große Klassen an einzelnen Standorten geben. Dann muss zum Beispiel die Zügigkeit begrenzt oder erweitert oder eine Umverteilung eingeleitet werden.

 

Aussage 16: "Es gibt kein gemeinsames pädagogisches Konzept für die neue Grundschule."
Antwort 16

Die Schulleitungen der beiden Grundschulen haben in der Sitzung des Schul-, Kultur- und Sportausschusses noch einmal ausdrücklich bestätigt, dass das im Juli 2019 vorgelegte gemeinsame Konzept im Konsens von den schulischen Gremien verabschiedet wurde. Diese waren im Rahmen der Schulmitwirkung nach dem Schulgesetz beteiligt worden. Die Schulkonferenzen hatten zuvor, wie im Schulgesetz vorgesehen ist, zur Zusammenlegung ausführlich Stellung genommen. Die Stellungnahmen waren Bestandteil der Beschlussvorlage für den Rat der Stadt Beckum.

 

Aussage 17: "Es gab keine Abnahme durch Denkmalschutz und Brandschutz."
Antwort 17

Eine Beurteilung nach den denkmalrechtlichen und brandschutzrechtlichen Vorgaben ist erst möglich, wenn die Planung verbindlich abgeschlossen ist. Ein Brandschutzkonzept ist zwingend mit dem Bauantrag einzureichen. Eine Abnahme der entsprechenden Vorgaben erfolgt nach Fertigstellung der Baumaßnahme. Erst danach werden die Gebäude zur Nutzung freigegeben. In der Planung sind alle brandschutzrechtlichen Bestimmungen berücksichtigt (vgl. Antwort 10). Der Denkmalschutz ist beteiligt.

 

Aussage 18: "Die Verkehrssituation an der Kettelerschule ist gefährlich."
Antwort 18

Das Schulgelände wird im Norden und im Westen mit der Brinkmannstraße und der Kettelerstraße von zwei Tempo-30-Zonen begrenzt. Am Paterweg und an der Lippborgerstraße sind Fußgängersignalanlagen mit Bedarfsanforderung vorhanden. In der Umgebung sind an den unmittelbar angrenzenden Straßen Parkbuchten vorhanden, um Kinder ein- und aussteigen zu lassen.
Die Verkehrssituation für den künftig wachsenden Schulbetrieb wird von den zuständigen Fachdiensten aktuell erfasst und im Rahmen der Verkehrsentwicklungsplanung bearbeitet. Hierzu wird in den zuständigen Fachausschüssen berichtet und soweit erforderlich beschlossen. Über die Schulwegsicherheit wird später noch in den weiteren Informationsveranstaltungen und Elterngesprächen informiert.

 

Aussage 19: "Die Zusammenlegung betrifft nicht nur die Familien der Paul-Gerhardt-Schule und der Eichendorffschule. Eltern wird die Wahlfreiheit genommen."
Antwort 19

Dass die Zusammenlegung nicht nur die Familien der Paul-Gerhardt-Schule und der Eichendorffschule betrifft, sondern für den gesamten Stadtteil Beckum gilt, ist ausdrücklich gewollt. Sie stellt stadtweit insgesamt eine Verbesserung der Erreichbarkeit der Standorte für einen Großteil der Familien dar, weil die neue Grundschule Mitte durch die Lage eine Vielzahl der Schülerinnen und Schüler erreicht.

Auch ab dem Schuljahr 2021/22 gilt die Wahlfreiheit nach wie vor für alle Eltern und alle vorhandenen Grundschulen. Es gibt keine Zuweisung von Kindern zu bestimmten Grundschulen im Sinne von Schuleinzugsbereichen. Die Klassen der Eichendorffschule haben lediglich im Wege des Vertrauensschutzes das Recht, für die Grundschulzeit zusammen zu bleiben und besuchen im Klassenverband gemeinsam die neue Grundschule Mitte. Das gilt für das aktuelle 1. und 2. Schuljahr, ab 2021 also für das 3. und 4. Schuljahr. Alle anderen Kinder besuchen jeweils die selbst gewählte Schule.

 

Aussage 20: "Schulen in kirchlicher Trägerschaft erschweren Kindern anderer Konfessionen den Zugang. Gefordert wird Trägervielfalt."
Antwort 20

Es gibt in Beckum keine Schulen in kirchlicher Trägerschaft. Für alle Grundschulen ist die Stadt Beckum die Schulträgerin. Eine Trägervielfalt kann insofern gar nicht bestehen bleiben oder gefordert werden. Die Eltern bestimmen die Schulart. Das heißt: Ob eine Grundschule eine katholische oder evangelische Bekenntnisschule sein soll oder ob eine Gemeinschaftsschule entsteht, legen die Eltern in einem Bestimmungsverfahren fest. Für die neue „Grundschule Mitte“ wird diese Abstimmung vor den Osterferien 2020 durchgeführt. Zuvor gibt es dazu für die abstimmungsberechtigten Eltern umfassende Informationen.

 

Aussage 21: "Kindern anderer Konfessionen wird der Zugang erschwert."
Antwort 21

Die Konfessionsverteilung in den Schulen wird in jedem Jahr ermittelt. Nur in der Sonnenschule als katholische Bekenntnisschule sind mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler katholisch. In der Martinschule sind gut 40 % der Schülerinnen und Schüler katholisch, in der Paul-Gerhardt-Schule etwa 25 % evangelisch.
Nur in Bekenntnisschulen ist bei Anmeldeüberhängen die Konfession ausschlaggebend.
Darüber hinaus werden die angemeldeten Schülerinnen und Schüler nach anderen Kriterien aufgenommen. Dazu gehören Geschwisterkinder oder das Merkmal der nächstgelegenen Schule. Diese Kriterien können auch bei Gemeinschaftsschulen greifen, wenn die Anmeldungen die vorhandenen Kapazitäten überschreiten.
In den vergangenen Jahren ist es im Stadtteil Beckum bisher nur ein Mal zu einer Umverteilung gekommen, bei der mehrere Schülerinnen und Schüler beteiligt waren. Aktuell ist für das kommende Schuljahr eine Umverteilung erforderlich, damit rechnerisch freie Kapazitäten im Stadtgebiet genutzt werden können. Dies wird von der Schulaufsicht vorgegeben.

 

Aussage 22: "Es gab keine Elternbeteiligung."
Antwort 22

Im Vorfeld der Entscheidung durch den Rat im Juli 2018, gab es Ende Mai 2018 vor der Beratung in den politischen Gremien eine umfassende Information der Schulleitungen durch den Bürgermeister. Danach erfolgte die Beteiligung der Eltern in den schulischen Mitwirkungsgremien. Die Elternvertretungen und zahlreiche Eltern hatten in der Sitzung des Schul-, Kultur- und Sportausschusses am 20. Juni 2018 Gelegenheit, ihre Sichtweisen und Bedenken vorzustellen. Darüber hinaus haben die Schulmitwirkungsgremien zum Thema Grundschulstandorte getagt und vor der Ratsentscheidung die Stellungnahmen der Schulkonferenz vorgelegt, die Bestandteil der Beschlussvorlage für die Sitzung des Rates am 12. Juli 2018 waren. Danach begann miteinander eine schulinterne Informations- und Arbeitsphase der beteiligten Schulen zu den pädagogischen Konzepten und den baulichen Anforderungen. Es ist zunächst Aufgabe der Schulleitungen, über alle wichtigen Themen in den Mitwirkungsgremien zu informieren. Dies ist im Rahmen des Planungsprozesses auch geschehen, auch mit gesonderten Elternabenden zum Beispiel für die neu einzuschulenden Kinder der Paul-Gerhardt-Schule wegen des vorzeitigen Umzugs. Das in den Schulen erarbeitete Konzept für die neue Grundschule wurde nach der internen Elternbeteiligung gemeinsam von den Schulleitungen unterzeichnet. Damit war der erste schulische Planungsprozess im Juli 2019 zunächst abgeschlossen. Nachdem die rechtlich vorgesehenen Beteiligungen so weit wie möglich auf den Weg gebracht worden waren, erfolgte die weitere Information in den öffentlichen Sitzungen des Bauausschusses am 5. Dezember 2019 und des Schul-, Kultur- und Sportausschusses am 12. Dezember 2019. Zur Sitzung des Schul-, Kultur- und Sportausschusses waren die Elternvertretungen ausdrücklich eingeladen. Ihnen wurde ein Rederecht eingeräumt. Der Planungs- und Umsetzungsprozess dauert an. Eine Vorstellung der gesamten Planung ist nach Abschluss der fachlichen Prüfungen (Bauordnung, Denkmalschutz und Brandschutz) vorgesehen.

 

Aussage 23: "Wir fordern eine mehrheitliche Entscheidung nach Faktenlage."
Antwort 23

Die korrekten maßgeblichen Fakten, die Grundlage für die mehrheitliche Entscheidung des Rates waren, wurden hier noch einmal dargestellt. Außerdem sind Informationen zu den aktuellen Entwicklungen ergänzt worden, die sich aus der Beschlusslage ergeben haben.