Zwei Kommunalpolitiker, die Beckum geprägt haben

Die ehemaligen Bürgermeister Gerhard Gertheinrich und Aloys Gödde haben in einer Sondersitzung des Rates am 14. Juni 1995 in Würdigung ihrer langjährigen Tätigkeiten als Bürgermeister die Ehrenbezeichnung „Ehrenbürgermeister” erhalten.


Gerhard Gertheinrich

geboren 25. Oktober 1930, gestorben 1. Mai 1996

Er engagierte sich über Jahrzehnte vorbildlich für das Gemeinwohl, sorgte über alle Parteigrenzen hinweg immer für den Ausgleich und war bei den Bürgerinnen und Bürgern „als Bürgermeister zum Anfassen" außerordentlich beliebt. Gerhard Gertheinrich trat 1961 in die SPD ein und wurde im selben Jahr in die Vertretung des damaligen Kirchspiels Beckum gewählt, wo er bis 1969 tätig war, seit 1962 als stellvertretender Bürgermeister. Anschließend gehörte er - unterbrochen durch den Zeitraum von 1979 bis 1984 - bis zum Jahr 1995 dem Rat der Stadt Beckum an.

10 Jahre lang von 1984 bis 1994 war Gerhard Gertheinrich Bürgermeister der Stadt Beckum. Mit Weitsicht, großem Engagement und Kompromissfähigkeit über alle Parteigrenzen hinweg übte er das verantwortungsvolle Amt aus. Dabei blieb er immer ein "Mann des Volkes" und somit für jeden ansprechbar.

Darüber hinaus vertrat er die Stadt Beckum auch im Verwaltungsrat der Sparkasse Beckum-Wadersloh und im Aufsichtsrat der Beckumer Wohnungsgesellschaft.

Auch im Kreis Warendorf hatte sein Wort Gewicht. Von 1979 bis 1984 und dann wieder seit 1989 gehörte er dem Kreistag an, der ihn im Novermber 1994 zum ersten stellvertretenden Landrat wählte. Dieses Amt füllte er bis zu seinem plötzlichen Tod 1996 aus.

Sein beruflicher Werdegang war geprägt von einem erfolgreichen Bemühen für einen gerechten Ausgleich zwischen den Belangen der Beschäftigten und des Unternehmens. Als Betriebsrats-, Gesamtbetriebsrats- und Konzernbetriebsratsvorsitzender sowie als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Firma Dyckerhoff AG setzt er sich als Mitglied der Industriegewerkschaft Chemie, Papier, Keramik für seine Kollegen und Firma gleichermaßen ein. Wichtig war Gerhard Gertheinrich auch seine Mitgliedschaft in der Arbeiterwohlfahrt.

In Würdigung seiner großen Verdienste für das Allgemeinwohl wurde er am 23. Dezember 1995 vom Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.


Aloys Gödde

geboren 29. März 1933, gestorben 25. April 2013


Aloys Gödde geht als letzter Bürgermeister der Gemeinde Neubeckum in die Stadtgeschichte ein. Im jungen Alter von knapp 30 Jahren wurde er zum Bürgermeister ernannt. Damit war er damals der jüngste Bürgermeister in Nordrhein-Westfalen. Es folgten 11 ereignisreiche Jahre, in denen er die Geschicke Neubeckums im besten Sinne leitete. So entstanden in dieser Zeit große Baugebiete und die Bevölkerung wuchs enorm. Die Roncallischule und das Kopernikus-Gymnasium wurden gebaut. Der Gebäudekomplex aus Stadtbücherei, Freizeithaus und Seniorentagesstätte bereicherte das soziale Leben in der Gemeinde und der Bau der Tennisanlage das Sportangebot.

Vor allem aber galt Aloys Gödde als ein volksnaher Bürgermeister, der ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger hatte und vielen in schwierigen Situationen half.

Mit der kommunalen Neugliederung 1975 wurde Neubeckum eingemeindet. Hiergegen hatte sich Aloys Gödde lange gewehrt. Trotzdem hat er ab 1975 auf vielfache Weise dazu beigetragen, dass sich Beckum und Neubeckum auf den Weg machten, zusammen zu wachsen.

In der Übergangsphase von Januar bis Mai 1975 war er Beauftragter des Rates der Stadt Beckum. Im ersten Stadtrat der neuen Stadt Beckum wurde er zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt und übte dieses Amt mit einer Unterbrechung 9 Jahre lang aus.

Bis zum Ende seiner kommunalpolitischen Laufbahn 1994 engagierte er sich im Planungs- und Verkehrsausschuss und im Bezirksausschuss Neubeckum. Darüber hinaus war er auch Mitglied des Kreistags und des Aufsichtsrats der Volksbank.

Für sein herausragendes Engagement erhielt er 1994 das Bundesverdienstkreuz am Bande.