Uri Avnery – israelischer Friedensaktivist mit Beckumer Wurzeln

Uri Avnery wurde am 10. September 1923 als Helmut Ostermann in Beckum im Haus an der Alleestraße 17 geboren und lebte bis 1925 in der Püttstadt.

Er emigrierte 1933 mit seiner Familie nach Palästina. Der bekannte Friedensaktivist wurde für sein Engagement um die Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 1997 mit dem Aachener Friedenspreis, 2001 mit dem Alternativen Nobelpreis, 2002 mit dem Carl-von-Ossietzky-Preis und 2003 mit dem Lew-Kopelew-Preis.

Uri Avnery war von 1950 bis 1990 Herausgeber und Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Haolam Haseh. Zwischen 1965 und 1981 war er insgesamt rund 10 Jahre Abgeordneter in der Knesset. 1975 war er Gründungsmitglied des Israelischen Rats für Israelisch-Palästinensischen Frieden, 1993 gehörte er zu den Gründungsmitglieder von Gush Shalom, dem Israelischen Friedensblock.

Sein Großvater Johannes Ostermann war seit 1878 als Lehrer in der jüdischen Gemeinde tätig. Zudem hielt er die Predigten in der Beckumer Synagoge, da sich die kleine jüdische Gemeinde in Beckum keinen eigenen Rabbiner leisten konnte. Der Vater, Alfred Ostermann, führte in Beckum ein kleines Bankgeschäft, das jedoch in den Anfangsjahren der nationalsozialistischen Bewegung vor immer größere Probleme gestellt wurde. So zog die Familie Ostermann schon im Jahre 1925 von Beckum nach Hannover, wo Helmut Ostermann auch zur Schule ging. Einer seiner Klassenkameraden auf dem Gymnasium war der langjährige Herausgeber des „Spiegel” Rudolf Augstein.

Das Haus an der Alleestraße 17 hatte die Familie vor dem Umzug nach Hannover bereits an den jüdischen Arzt Dr. Walter Kronenberg verkauft.

Uri Avnery war mehrmals in seiner Geburtsstadt Beckum zu Gast. Zum Beispiel 1995 aus Anlass der Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Rudolf Dunker und 2005, als er im Rahmen einer Lesung sein Buch „In den Feldern der Philister” vorstellte.

Er verstarb am 20. August 2018.

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