15. März bis 5. Juli 2020

Hyacinta Hovestadt (Erkrath): Wandlungen.
Skulpturen und Objekte aus Wellpappe, Ziegel & Co.

 

Zu dieser Ausstellung ist ein sehr sehenswertes Video entstanden:

https://www.cintart.de/Videos.html#Beckum_2020

 

Wer Hyacinta Hovestadts Objekte aus Wellpappe sieht, staunt, was allein durch Schneiden und Schichten aus diesem Material entstehen kann - sie wirken so naturhaft und organisch. Auch Ziegel, Zimmertüren, Holzrollladen haben industriell gefertigte Strukturen. Auch sie werden umgedeutet und zu Objekten, deren Herkunft manches Mal kaum noch zu erkennen ist.

Im Alltag haben die Dinge ihren Platz, ihre Funktion, ihren Wert. Pappkarton wird gebraucht und weggeworfen, nicht verbaute Restziegel  mutieren zu Bauschutt usw. Doch das Unbeachtete ist einen zweiten Blick wert, da sind Entdeckungen zu machen.
Diese Entdeckungen zeige ich anhand dessen, was ich aus diesen  Alltäglichkeiten herstelle, die oft ein „erstes Leben“ hinter sich haben.
Aus der industriellen Gleichförmigkeit etwa von Ziegeln, Rollläden, Wellpappe entstehen Objekte, die wie natürlich Gewachsenes oder wie historische Artefakte anmuten, Eigenschaften des Materials treten zutage, die verblüffen.
Die größte und vielfältigste Werkgruppe bilden die Arbeiten aus Wellpappe. Wellpappe ist nützlich, ein umweltfreundlicher Wegwerfartikel. Äußerlich meist von packpapierbrauner Unscheinbarkeit, ist Wellkarton im Inneren aber genial: Mehr Hohlraum als Papier, leicht, stabil – und schön.
Packpapierbraun? Sieht man genauer hin, reichen die Farben von Weiß bis Grau, von warmem Ocker bis zu dunklen Naturtönen. Bei vielen Wellpappen wurden innen und außen unterschiedliche gefärbte Papiere verwendet.
Das Material lässt sich zu großen, leichten und doch erstaunlich festen Skulpturen verarbeiten.
Ich schneide jede Pappe einzeln, frei aus der Hand mit einem Teppich-/Tapetenmesser. So entstehen die Skulpturen und Reliefs in Zentimeterschritten, Schicht auf Schicht. Bogenförmig und dazu unterschiedlich schräg angeschnitten, verliert die Wellenstruktur ihre Monotonie. Es entstehen Muster, Bänder- oder Maserungen, changierende Oberflächen – und je nach Blickrichtung kann man sogar hindurchsehen.

H. Hovestadt