100 Jahre Frauenwahlrecht

Frauen haben erst seit 1918 das Recht zu wählen und sich wählen zu lassen.

Haben sich zur Würdigung der Vorkämpferinnen für Frauenrechte in historisch anmutende Schale geworfen: Historikerin Dr. Julia Paulus, Pfarrerin Birgit Schneider, Christa Paschert-Engelke, Angelika Grüttner-Lütke (Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen), Landtagsabgeordnete Annette Watermann–Krass (SPD), Dr. Karl-Uwe Strothmann, Anne Claßen (jüngstes weibliches Kreistagsmitglied), Elisabeth Kammann (Bürgermeisterin der Gemeinde Beelen)

Das wurde auf Einladung der Volkshochschule Beckum-Wadersloh gebührend gefeiert. Im evangelischen Gemeindehaus begaben sich die Gäste auf eine Zeitreise in die Geschichte des Frauenwahlrechts.

Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann und VHS-Leiterin Christa Paschert-Engelke begrüßten die Regierungspräsidentin Dorothee Feller, Politikerinnen und Politiker, Schulleiterinnen und Schulleiter und viele Frauen, die in den 1980er- und 1990er-Jahren Beckum zur Hochburg der Frauenbewegung im Kreis Warendorf gemacht hatten.

Gemeinsam ließen sie die Geschichte noch einmal Revue passieren. Historikerin Dr. Julia Paulus vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe beleuchtete die Entwicklung des Wahlrechts für Frauen. Am 30. November 1918 trat das Reichswahlgesetz in Kraft, das erstmals das aktive und passive Wahlrecht für Frauen vorsah. Das war ein Meilenstein in der Geschichte der Demokratie. 100 Jahre politische Partizipation von Frauen – ein Geburtstag, der Anlass bietet zurück sowie nach vorne zu schauen. Bis die ersten Frauen in Beckum und Wadersloh in den Rat gewählt wurden, vergingen noch einige Jahre. Elisabeth Reckmann, geborene Hölscher, aus Wadersloh war die erste Frau, die 1925 für die „Liste Kleinlandwirtschaft” in den Beckumer Kreistag einzog. Aber auch nach 100 Jahren ist der Frauenanteil in der Politik noch deutlich von 50 Prozent entfernt: Im Rat der Stadt Beckum sind es 33 Prozent, in Wadersloh 25 Prozent und im Kreistag 35 Prozent.