Altes E-Werk nachhaltig eingebettet

Hinter dem Alten E-Werk entsteht eine öffentliche Grünanlage mit hoher Aufenthaltsqualität am Wasser – Hochwasserschutz inklusive.

Seit Anfang Dezember rückt die Firma Böwingloh & Helfbernd aus Verl dem Gelände hinter dem Alten E-Werk an der Sternstraße mit schwerem Gerät zu Leibe. Das Wehr an der Brücke zum jüdischen Friedhof ist bereits ebenso gewichen wie eine kleine Brücke hinter dem Ostwall. Die Fundamente der Alten Gärtnerei und Zäune wurden abgebaut. Wenn das Wetter mitspielt, entsteht hinter dem beliebten Stadtteilzentrum bis Mai auf einer Fläche von rund 2000 Quadratmetern eine nachhaltige und vielfältig nutzbare Grünanlage mit natürlicher Wasserlandschaft am Rande der Innenstadt. Mit dem Plan in der Hand und mitten auf der Baustelle berichteten Bauleiter Ewald Trampe von Böwingloh & Helfbernd, der zuständige Fachbereichsleiter Horst Schenkel und sein Mitarbeiter Bastian Griesenbrock von den ehrgeizigen Plänen.

Der Clou: Hier werden 2 Maßnahmen gleichzeitig umgesetzt: die naturnahe Entwicklung der Werse, die auch dafür sorgt, dass Wasser schneller abfließt und mehr Platz bekommt – ein wichtiger Beitrag für den Hochwasserschutz der Innenstadt – sowie die Erneuerung der Grünanlage am Alten E-Werk.

Und so sehen die Maßnahmen im Einzelnen aus: Noch verläuft der Kollenbach in diesem Bereich auf rund 50 Metern unterirdisch. Der Wersezufluss wird nun bis zur Sternstraße freigelegt, eine Ufermauer sichert zum Gehweg ab. Wer demnächst hier zu Fuß unterwegs ist, kann die Sternstraße an dieser Stelle verlassen und stattdessen die Abkürzung entlang des naturnahen Gewässers nehmen. Das Gelände wird von der Sternstraße bis zum Edeka-Parkplatz durchgängig sein. In Wassernähe bieten sich dann viele Möglichkeiten zum Entspannen und Betätigen. Eine Treppenanlage zum Kollenbach auf der Sichtachse zum Eingang des Stadtteilzentrums lädt zum Verweilen am Wasser ein, ein Kleinspielfeld zum Ballspielen, ein Sandkasten zum Buddeln und eine neue Lärmschutzwand zum Besprühen mit Graffiti. Hinter der Küche im E-Werk entsteht ein Aufenthaltsbereich mit Bänken und Tischen. Ein Teil des insgesamt 150 Meter langen Kollenbachs wird durch ein Geländer abgesichert, während ein anderer das Wasser unmittelbar erleben lässt. Im Gewässer selbst sorgen Hindernisse wie beispielsweise Baumstümpfe für natürliches und langsameres Mäandern. Der Radweg an der Einfahrt zum Edeka-Parkplatz wird in die Grünfläche verlegt.

Maßnahmen gefördert
Für die Maßnahmen im 7. Bauabschnitt der Werse erhält die Stadt Beckum eine 80-prozentige Förderung gemäß der Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen für Maßnahmen des Wasserbaus von der Bezirskregierung Münster. Die Baukosten für diese Maßnahme belaufen sich auf rund 380.000 Euro. Aus dem NRW-Städtebauförderprogramm 2018 Aktive Stadtzentren fließen 70 Prozent in die auf rund 250.000 Euro angesetzte Erneuerung der Grünanlage.

Wenn die Baufirma ihre Arbeiten erledigt hat, wird die Fläche noch bepflanzt, Restarbeiten erfolgen. In wenigen Monaten entsteht hier eine naturnahe Grünanlage, die das Stadtteilzentrum und die Innenstadt gleichermaßen bereichert. Die Erneuerung der Grünfläche ist eine Maßnahme des Integrierten Handlungs- und Maßnahmenkonzepts Innenstadt Beckum.

 

 

Zurück
Auf der Baustelle: v. l. Bastian Griesenbrock (Stadt Beckum), Ewald Trampe (Böwingloh & Helfbernd) und Horst Schenkel (Stadt Beckum).
Auf der Baustelle: v. l. Bastian Griesenbrock (Stadt Beckum), Ewald Trampe (Böwingloh & Helfbernd) und Horst Schenkel (Stadt Beckum).
Kollenbach am E-Werk im Jetzt-Zustand
Der Gewässerlauf wird naturnah gestaltet.
Blick von der anderen Seite
Blick von der anderen Seite