Aufwachsen in Armutslagen

65 Fachkräfte nahmen an der diesjährigen Frühe Hilfen-Konferenz auf Einladung des  Fachdienstes Kinder-, Jugend- und Familienförderung der Stadt Beckum teil. Die Veranstaltung im Stadttheater Beckum nahm das Aufwachsen in Armutslagen in den Blick.

Nicht von schlechten Eltern
Nach dem Grußwort durch den stellvertretenden Bürgermeister Dr. Rudolf Grothues las Undine Zimmer aus ihrem autobiografischen Buch „Nicht von schlechten Eltern. Meine Hartz-IV Familie”. Damit gab sie einen sehr persönlichen Einblick in ihre Kindheit in einer Familie, die immer auf Transferleistungen angewiesen war. Den mangelnden finanziellen Ressourcen stand die Liebe zu Bildung und Kultur entgegen. Sie resümiert daher: „Ich habe, was ich geschafft habe, nicht trotz sondern wegenmeiner Eltern geschafft.” Diese hätten ihr wichtige Werte vermittelt wie Offenheit, Ehrlichkeit, Verständnis und die Fähigkeit Ängste zu überwinden.

Warmes Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und mehr
Im zweiten Teil stellte Heike Gründken den Lunch Club Ahlen vor, in dem täglich bis zu 25 Kinder ein kostenloses, gesundes Mittagessen bekommen. Hier werden demokratische Werte wie Mitbestimmung, Wertschätzung, Offenheit und Toleranz gelebt. Im Mittelpunkt steht die Resilienzförderung. Neben der Mahlzeit erhalten die Kinder dort Hausaufgabenbetreuung und kostenlose Nachhilfe. Auch regelmäßige Ausflüge, die von Ehrenamtlichen der Firma LR begleitet werden, stehen auf dem Programm. Anschaulich schilderte die 15-jährige Lea, welche positiven Veränderungen sie und ihre Familie durch den Lunch Club erfahren haben.

Die Frühe Hilfen-Konferenz 2020 vermittelte den Teilnehmenden aus sehr persönlichen und praktischen Perspektiven, was es für Kinder in Deutschland bedeutet in Armut aufzuwachsen und wie diese Kinder unterstützt werden können.

 

 

 

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Heike Gründken und Lea berichten vom Lunch Club Ahlen.
Undine Zimmer ist "nicht von schlechten Eltern".