"Concrete Delusion" wird konkreter

Ein Foto-Workshop mit dem Berliner Künstler Manuel Schröder brachte Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs in abgelegene Steinbruch-Landschaften und zu neuen Erfahrungen.

Fotos von brüchigem Kalkstein, Pflanzen, Sand, Wasser, Industriebrachen mit rostigem Metall und hochmoderne Zementproduktion, Detail- und Panoramaaufnahmen, ein Spiel mit Schärfentiefe, Farben und Belichtung – die Präsentation ihrer Workshop-Ergebnisse zeigte die ganze Bandbreite des Kalksteinabbaus in Beckumer Steinbrüchen. Die Schülerinnen und Schüler, die normalerweise in den Fachbereichen Geotechnik oder Beton und Mörtel ihre Theoriekenntnisse vertiefen, konnten in dem Workshop mit dem Titel "der steinige Weg" ganz praktisch und vor allem künstlerisch erfahren, wie es in einem Steinbruch aussieht und ein fotografisches Gespür für Details im "Riesenraum Steinbruch" entwickeln. 

Auftakt zu Projekt "Concrete Delusion"
Der Berliner Künstler Manuel Schröder erarbeitet zurzeit für Beckum das Projekt "Concrete Delusion" ('concrete' ist das englische Wort für 'Beton', 'delusion' bedeutet 'Täuschung'). Damit möchte er Beton Anfang 2020 in neue Kontexte bringen, anhand von Ausstellungen, Illuminationen, Klanginstallationen oder Projektionen. Mit den jungen Erwachsenen hat er sich der Fotografie gewidmet. Diese zeigten neben ihren eindrucksvollen Fotos auch, wie sich ihre Wahrnehmung im Laufe des Workshops verändert hat. Kurze Texte skizzierten diesen Prozess.

Präsentation im alten Klassenzimmer
Alt und neu, Theorie und Praxis, Industrie und Kunst, diese scheinbaren Gegensätze setzten sich fort, indem die Schülerinnen und Schüler ihre Bilder im alten Klassenzimmer des Stadtmuseums an die Wand projezierten. Im Pressegespräch unter Beteiligung von Vertretern des Berufskollegs und Förderern des Projekts zeigten sie nur eine kleine Auswahl ihrer Aufnahmen, die sie in mehreren Tagen in Beckumer Steinbrüchen gemacht haben. Manuel Schröder dankte den Sponsoren, der Stadt Beckum sowie auch der Schulleitung für ein mutiges und gelungenes Projekt. Lehrer Martin Groneick zeichnete den Weg vom ersten Anruf bis zur Präsentation nach, ein Berufskolleg sei ja eher nicht künstlerisch angelegt. "Wir gehen aber gerne neue Wege", meinte der stellvertretende Schulleiter. Dass der dann gar nicht so steinig war, davon haben ihn und alle Anwesenden die kunstvollen Aufnahmen überzeugt.

Concrete Delusion

 

 

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Die Projektbeteiligten mit Künstler Manuel Schröder (7. von rechts).
Die Projektbeteiligten mit Künstler Manuel Schröder (7. von rechts).
Die Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Fotos im alten Klassenzimmer.
Die Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Fotos im alten Klassenzimmer.