Erstes gedrucktes Wohnhaus entsteht in Beckum

Das 1. zugelassene Wohnhaus, das in Deutschland mit 3D-Betondrucktechnik gebaut wird, entsteht zurzeit in Beckum. NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach hat bei großem Medieninteresse die Baustelle besucht.

Die PERI GmbH, ein Schalungsspezialist aus Bayern, druckt auf Beckumer Boden das erste 3D-gedruckte Wohnhaus in Deutschland. Bedient wird der neuartige Drucker von lediglich 2 Personen, die von Software unterstützt dafür sorgen, dass die Düsen den Beton in 2 Zentimeter dicken Schichten Bahn für Bahn exakt auftragen, ein Quadratmeter Mauer ist so in nur 5 Minuten geschafft. Geplant hat das zweigeschossige Wohnhaus mit 160 Quadratmetern Wohnfläche Waldemar Korte vom Beckumer Ingenieur- und Architekturbüro Mense + Korte. Den eigens dafür entwickelten Beton liefert Heidelberg Cement mit Dependance im benachbarten Ennigerloh. Die Initiative für das innovative Bauprojekt geht auf den Beckumer Unternehmer Georgios Staikos zurück, der die Parteien vor weniger als 1 1/2 Jahren zusammen gebracht und die Vision hatte, ein solches Haus in Beckum drucken zu lassen.

Ministerin Ina Scharrenbach macht sich ein Bild von der innovativen Bautechnik
Die wird dank der Unterstützung durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen nun Wirklichkeit. Ministerin Ina Scharrenbach ließ es sich nicht nehmen, sich auf der Baustelle am Sudhoferweg von der Arbeit am Pilotprojekt zu überzeugen. Für die neue Bauweise stellt das Ministerium 200.000 Euro aus dem Förderprogramm „Innovatives Bauen” bereit und hat die bauaufsichtliche Zustimmung im Einzelfall erteilt. Damit steht das Haus auch juristisch auf sicherem Fundament, während es bislang nur Prototypen gegeben hat. „Dieses Pilotprojekt beweist, dass unser Land eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung innovativer Bauprozesse übernommen hat”, so die Ministerin.

Kreative Planung möglich
Bei der Planung für ein 3D-Haus lassen sich problemlos runde Wände und Überhänge berücksichtigen. „Das Betondruckverfahren bietet uns Planern ein hohes Maß an Designfreiheit”, meinte Planer Waldemar Korte von Mense + Korte. Er lobte die Teamleistung und hob hervor, dass das 3 D-Haus als Niedrigenergiehaus einzustufen ist. Das Haus soll nach der Fertigstellung im März 2021 zunächst 1 1/2 Jahre als Musterhaus zu besichtigen sein. Denkbar sind grundsätzlich weitere gedruckte Häuser an dieser Stelle. Bauherr ist die neugegründete Firma Hous3Druck GmbH aus Beckum. Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann zeigte sich dankbar, dass ein solch innovatives Projekt auf Beckumer Initiative und auf Beckumer Boden entsteht. „Wir von PERI verstehen uns als Innovationsführer in unseren Märkten. Dazu gehört auch, dass wir uns gezielt an Start Ups beteiligen. Der Erfolg in Beckum bestätigt uns in unserem Ansatz”, erklärte PERI-Geschäftsführer Finanzen & Organisation Dr. Fabian Kracht. In Belgien und den USA stehen bereits Häuser, die mit dieser Technik gebaut wurden.

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Großes Medieninteresse: Gruppenbild mit Ministerin Ina Scharrenbach im 3D-Haus für viele Kameras.
Schicht für Schicht tragen die Roboter, die sich auf Achsen durch den Raum bewegen, den Beton auf.
Schicht für Schicht tragen die Roboter, die sich auf Achsen durch den Raum bewegen, den Beton auf.
Ministerin Ina Scharrenbach bei der Pressekonferenz.
Beton-Innovation auf Beckumer Boden, das passt zum Zementrevier, meint Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann.
Bild: PERI GmbH
Ministerin Ina Scharrenbach im Interview