Klimaschutz ist „Thema im Fokus”

Das E-Mobil bereichert seit Sommer 2016 den städtischen Fuhrpark.

Auf dem Dach des AMG wird Solarenergie gewonnen.

Während der Masterplanforen wurde viel diskutiert.

In seiner aktuellen Kolumne „Thema im Fokus” behandelt Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann den umfangreichen „Masterplan 100 % Klimaschutz”:

Klimaschutz: Der Masterplan steht ‒ Jetzt wird gehandelt!

Im November findet in Bonn der nächste Weltklimagipfel statt. Dann geht es wieder darum, beim Klimaschutz Ernst zu machen und die vereinbarten Ziele auch zu erreichen. Das ist eine Mammutaufgabe. Und während Politik, Wissenschaft und Wirtschaft auf der ganzen Welt nach Lösungen suchen, findet Klimaschutz konkret vor unserer Haustür statt. Beckum hat für 2017 sein Etappenziel erreicht: Der Masterplan 100 % Klimaschutz liegt vor und kann nun in die Umsetzung gehen.

95 % weniger CO2 bis 2050
Dank einer Förderung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit kann die Stadt Beckum ihre Klimaschutzarbeit über den Masterplan weiter vorantreiben. Beckum ist eine von nur 22 Kommunen bundesweit, die 2016 diese Förderung zugesichert bekommen haben. Alle haben dasselbe Ziel: Der CO2-Ausstoß soll bis 2050 um 95 % reduziert und der Endenergieverbrauch halbiert werden, im Vergleich zum Referenzjahr 1990. Und wie das gehen kann und soll steht im Masterplan, einem 152 Seiten starken Werk mit Basisdaten, Entwicklungspotentialen, Szenarien und vor allem 74 Maßnahmen. In dem ambitionierten Konzept für einen nachhaltigen Klimaschutz in Beckum geht es beispielsweise um den weiteren Ausbau von Solarthermie und Photovoltaik. Auch die Nutzung der Abwärme aus der heimischen Zementindustrie für private Haushalte verspricht viel Potenzial. Und natürlich ist die umweltschonende Mobilität ein wichtiges Thema. Die breite Themen- und Projektpalette zeigt, dass alle Beckumerinnen und Beckumer gleichermaßen gefragt sind und jeder Einzelne seinen Beitrag leisten kann. Ob beim Arbeiten oder Einkaufen, beim Wohnen oder bei der Mobilität, bei vielen täglichen und auch den nichtalltäglichen Entscheidungen stellt sich immer auch die Frage nach der Klimaverträglichkeit.  

Viele Prozessbeteiligte
Beckum ist bereits auf einem guten Weg beim Klimaschutz. Das belegen nicht zuletzt einige Auszeichnungen, die Beckum für seine besonderen Bemühungen erhalten hat. Mit dem Masterplan nimmt dieser Prozess noch mehr Fahrt auf. In 3 Masterplanforen hatte die breite Öffentlichkeit die Gelegenheit sich zu beteiligen und für die Bereiche „Bauen, Sanieren und Wohnen”, „erneuerbare Energien”, „Verkehr und Mobilität”, „Stadtentwicklung und Klimaanpassung” sowie „klimabewusst Leben” Handlungsansätze zu entwickeln. 150 Interessierte haben in den Foren mitgewirkt und ihre Ideen eingebracht. Das ist eine tolle Leistung, die Anerkennung verdient. Daneben finden Expertendialoge statt, um das Know-how zu bündeln und neue Wege zu beschreiten. Wichtige Partner sind hier die Energieversorgung Beckum und die heimische Industrie. Nächster Meilenstein hier sind 4 zusätzliche Ladestationen für E-Mobile, die in Kürze entstehen. Der Klimabeirat mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft, Politik, Schulen und Handwerk begleitet den Masterplan-Prozess. Übrigens liegen nur 19 der über 70 Maßnahmen in städtischer Hand: Überwiegend ist also ganz Beckum gefordert. Allein das zeigt, wie vielfältig die Ansätze und Handelnden sind. Der Masterplan bezieht sie alle mit ein. Er ist allerdings nur eine Momentaufnahme und wird stetig angepasst.

Lassen Sie uns weiterhin gemeinsam unsere Vorreiterrolle ernst nehmen und tragfähige Lösungen für die Umwelt, den Klimaschutz und unsere CO2-Ziele finden.

Ihr Karl-Uwe Strothmann

Themen im Fokus