Kunstwerk erinnert an die Synagoge Beckum

Die neue Stele mit einem bronzenen Modell der Beckumer Synagoge.

Das Kunstwerk wurde feierlich von Paul Tönnißen, Stefan Wittenbrink, Daniela Neumann und Dr. Karl-Uwe Strothmann enthüllt. Bild: Die Glocke.

Am ehemaligen Standort auf der Nordstraße folgten zahlreiche Gäste der Enthüllung und den Gedenkworten.

Im Auftrag des Heimat- und Geschichtsvereins Beckum hat der Künstler Paul Tönnißen ein Kunstwerk geschaffen, das an die Beckumer Synagoge erinnert.

Es wurde im Rahmen einer Feierstunde vor dem Haus Nordstraße 8 der Öffentlichkeit übergeben. Das Kunstwerk erinnert an das jüdische Gemeindehaus, das hier vor 150 Jahren im Jahr 1867 eingeweiht wurde und in dessen hinteren Teil sich die Synagoge befand. Im vorderen Teil des Hauses waren die jüdische Schule und die Lehrerwohnung untergebracht. Die Straßenfront war recht unscheinbar, lediglich ein Schriftzug über der Eingangstür in hebräischer Sprache wies auf die Bedeutung des Hauses in. Er lautet in der deutschen Übersetzung „Mein Haus soll ein Bethaus für alle Völker genannt werden.” Dieser Spruch findet sich auch auf der Stele aus Anröchter Sandstein, die den Grundriss eines Davidsterns hat und ein bronzenes Modell des ehemaligen jüdischen Gemeindehauses einschließlich der Synagoge trägt.

Die Synagoge wurde in der Pogromnacht am 9. November 1938 von SA- und SS-Mitgliedern zerstört und entweiht. Der Jude Erich Stein wurde am nächsten Tag gezwungen, die hebräischen Schriftzeichen über dem Eingang abzumeißeln. Bis in die 60er Jahre wurde das Gebäude für Büroräume und Behelfswohnungen genutzt und 1967 abgebrochen. An dem anschließend errichteten Neubau wurde 1988 eine bronzene Gedenkplatte angebracht. Hinzu kommen die Stolpersteine für Louis und Therese Rose, die beiden letzten Beckumer Juden, die bis zu ihrer Deportation nach Theresienstadt 1942 im jüdischen Gemeindehaus lebten.

Die Stele hebt die Bedeutung dieses Ortes noch deutlicher hervor. Das Projekt wurde vom Heimat- und Geschichtsverein initiiert und durch Sponsoren ermöglicht. In der Feierstunde wurde auch ein Brief von Inge Windmüller Horowitz verlesen, die als junges Mädchen die jüdische Schule besucht hat und in dem Brief ihre Freude über die Errichtung der Stele zum Ausdruck bringt. Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann, Stefan Wittenbrink vom Heimat- und Geschichtsverein sowie Dieter Müller und Dr. Gustav Krogbeumker für die Sponsoren sprachen Gruß- und Gedenkworte im Beisein des Vellerner Künstlers Paul Tönnißen.

Informationen zur Stele auf der Internetseite des Heimat- und Geschichtsvereins Beckum