Repubblica Nomade macht Halt in Beckum

Nach einem kurzen Intermezzo in Beckum ging es weiter: "buon viaggio!"

Glücklich in Beckum angekommen. Die Strecke aus Hamm war gut zu bewältigen.

Europa muss sich bewegen. In diesem Sinne ziehen rund 15 Italiener und Deutsche zu Fuß von Paris nach Berlin. Beckum liegt auf ihrem 1 300 Kilometer langen Weg. 

Europa ist aus Ländern entstanden, die sich einst bekriegt haben
Sie kamen Samstagmittag aus Hamm und zogen Sonntagmorgen weiter nach Beelen. Und so geht es in 45 Etappen auf Schusters Rappen immer weiter Richtung Berlin. In einem Pressegespräch schilderten die Wanderer, die zwischen 32 und 74 Jahre alt sind und aus allen Teilen Italiens, aber auch aus Deutschland kommen, ihre Beweggründe. Unter ihnen ist der Schriftsteller Antonio Moresco, der für sein Buch „Aufbruch” einen Preis auf der Leipziger Buchmesse bekommen hat. Er erklärte, dass es wichtig sei, bloßen Worten Taten folgen zu lassen. Die Gruppe will mit ihrer Aktion ein Zeichen für Europa und den Frieden setzen. Europa sei gewachsen und aus Ländern entstanden, die sich bekriegt haben. Es sei ein gutes Modell für Frieden, internationale Freundschaft und Kooperation. Mit der Wanderung würden diese Ideale von einem Ort zum anderen getragen. Aber Europa insgesamt müsse sich bewegen, um seiner Verantwortung innerhalb der Weltgemeinschaft gerecht zu werden. Und warum zu Fuß? Das Gehen sei schließlich die normalste aller Fortbewegungsarten, meinte eine Teilnehmerin. Die Gruppe trage einen enorm, auch wenn man mal schlapp macht.

In den Beckumer Bergen liegt das Bergfest längst hinter ihnen
Die deutsch-italienische Gruppe ist am 21. Mai in Paris gestartet und wird am 8. Juli in Berlin eintreffen. Immer wieder haben sich ihnen Menschen anderer Nationen in den einzelnen Orten angeschlossen. Sie übernachten in städtischen Turnhallen oder Gemeinderäumen. In Beckum haben sie 2 Klassenräume der VHS bezogen und die große Küche gleich mit. Abends wurde dort noch gekocht. Alle Teilnehmenden zeigten sich sehr dankbar für das Entgegenkommen in den Kommunen, so wie auch in Beckum. Das sei nicht überall so gewesen. Auf der Strecke, die insgesamt 1 300 Kilometer lang sei, habe man aber überwiegend schöne Erlebnisse gesammelt. Man bekäme spontan Wasser gereicht. „Wer zu Fuß kommt, wird als friedlich angesehen”, meinte eine Teilnehmerin den Grund dafür ausgemacht zu haben. In Frankreich hatte ein Pfarrer spontan seine Kirche geöffnet und wollte auch im Vorfeld gar nicht so viel wissen. Wer zu Fuß durch Europa reist, müsse eine friedliche Absicht haben, war er sich sicher. Aber gerade in Deutschland habe man viel Neugierde und Freundlichkeit erfahren. Eine Teilnehmerin hat durch diese schöne Erfahrung nun ein besseres Bild von Deutschland.

Nachbarin brachte Espresso vorbei
Wer sich dieser schönen Idee und der munteren binationalen Gruppe anschließen möchte, ist herzlich willkommen. Paola Gabriella Lazari, Anwohnerin der Antoniusstraße mit italienischen Wurzeln, brachte spontan Espresso vorbei und blieb eine Weile bei den Kurzzeitnachbarn, was diese sichtlich genossen. Inmitten der Beckumer Berge hat die Gruppe übrigens ihr Bergfest lange hinter sich. Hier sind etwa 760 Kilometer der Strecke erreicht.

Die nichtreligiöse Bewegung, die immer wieder längere Wanderungen unternimmt, gibt es seit 2011.

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