Starke Innenstädte und Nahversorgung sichern

Nordstraße in Beckum

Hauptstraße in Neubeckum

Große Bühne auf dem Marktplatz bei den Pütt-Tagen

Stadtfest Neubeckum

Das Einzelhandelskonzept für die Zentren von Beckum und Neubeckum wird zurzeit neu aufgelegt. In seiner aktuellen Kolumne zieht Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann eine erste Bilanz.

„Thema im Fokus” Mai/Juni 2019

Viele Passantinnen und Passanten sowie auch die Geschäftsleute in den Zentren von Beckum und Neubeckum haben kürzlich an einer Umfrage teilgenommen. Das Planungs- und Gutachterbüro Stadt + Handel war im Auftrag der Stadt Beckum unterwegs und hat mehrere Erhebungen durchgeführt. Das Ziel dahinter: die Neuauflage des Einzelhandelskonzepts von 2009. Neben den Interviews wurden die Sortimente und Räume in Augenschein genommen. Zeitgleich gab es eine Online-Befragung und Ortsbegehungen mit Fachleuten aus Beckum und der Region. Ein Arbeitskreis wird die Ergebnisse jetzt auswerten und ein Konzept erarbeiten. Am Ende des Prozesses entscheidet der Rat der Stadt Beckum.

Konzept dient als Handlungsrahmen
Wofür der Aufwand? Zum einen ist es natürlich wichtig, sich bei Nachfrage und Angebot auf den neuesten Stand zu bringen. Zum anderen dient ein auf Beckum zugeschnittenes Konzept als Handlungsrahmen oder Steuerungsinstrument, wenn es darum geht zu beurteilen, ob großflächige Einzelhandelsvorhaben städtebaulich verträglich sind. So ist es bei der Erarbeitung von Bebauungsplänen zu berücksichtigen. Ein Beispiel: Gibt es ein vergleichbares Sortiment bereits in der Innenstadt, so kann dasselbe Angebot im Außenbereich die Innenstadt schwächen. Wie viel Erweiterung ist gut für die Stadt? Wie sichern wir die wohnungsnahe Grundversorgung, also beispielsweise den Supermarkt um die Ecke? Was kann ich in der Innenstadt kaufen und erledigen? Macht das Einkaufen Freude?

Zentren als Aufenthalts- und Erlebnisorte sichern
Jetzt liegen erste Untersuchungsergebnisse vor. Wie auch immer das Konzept später aussehen wird, 2 Dinge sind bereits klar: Am Ende kennen wir den Ist-Zustand ebenso wie unsere Entwicklungspotenziale und können vorausschauend planen. Klar ist auch, dass unsere Anstrengungen an Grenzen stoßen, wenn es darum geht – wie häufig gefordert – größere Bekleidungsketten nach Beckum zu locken, Einfluss auf das Angebot zu nehmen oder Leerstände zu vermeiden. Gleichwohl bemüht sich die Stadt Beckum gemeinsam mit den Gewerbevereinen und vielen engagierten Beckumerinnen und Beckumern darum, unsere Zentren attraktiv, vielfältig und lebendig zu erhalten, sie als beliebte Aufenthalts- und Erlebnisorte zu sichern. Im Übrigen haben wir dafür mehrere Instrumente: Das Innenstadtmanagement der Stadt Beckum setzt auf guten Dialog mit den Beteiligten. Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept für Neubeckum (ISEK), das zurzeit im Auftrag der Stadt Beckum unter breiter Öffentlichkeitsbeteiligung entsteht, bringt Erkenntnisse, wie sich der Stadtteil Neubeckum für die Zukunft aufstellen kann. Und auch Geselligkeit, Genuss und Unterhaltung sind wichtig: Veranstaltungen wie Pütt-Tage, Stadtfest Neubeckum, Beckumer Gesichter, Beckumer Sommer oder Weinfest tragen wesentlich dazu bei, unsere Stadt im wahrsten Wortsinn zu feiern, sie neu zu entdecken.

Lebendige Innenstadt hängt von vielen ab
Die ersten Befragungsergebnisse zeigen übrigens zum einen, dass wir natürlich Verbesserungspotenzial haben – beispielsweise in Sachen Warenvielfalt, Öffnungszeiten oder Infrastruktur. Die Stadt Beckum wird weiterhin alles daran setzen, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, das neue Einzelhandelskonzept ist eine davon. Sie zeigen aber auch, dass eine lebendige Innenstadt von vielen weiteren Faktoren abhängt: beispielsweise vom Konsumverhalten jedes Einzelnen, von den Kaufleuten und Dienstleistern, von den Verpächterinnen und Verpächtern der Immobilien.

Lassen Sie uns diese Aufgabe gemeinsam meistern, damit wir auch weiterhin vielfältige Dienstleistungs- und Einzelhandelsangebote und eine gute Nahversorgung vorfinden!

Ihr Karl-Uwe Strothmann

Einzelhandelskonzept

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