Steinkühler ziert Bauknechte-Orden

Stellten den neuen Orden vor: v. l. Dr. Heinz-Theo Niehaus, Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann, Franz-Josef Möllers, Norbert Steinhoff, Ernst Ossenbrink und Künstler Matthias Bücker-de Silva.

Der Steinkühler trägt sein eigenes Abbild.

Das Steinkühler-Denkmal von Heinrich Gerhard Bücker ist das Motiv des neuen Karnevalsordens der Beckumer Bauknechte. Bei der Vorstellung des neuen Ordens zierte das Denkmal sein eigenes Konterfei.

Die Bruderschaft der Beckumer Bauknechte hat im vergangenen Jahr durch eine Spende in Höhe von 4.900 Euro die Reparatur der Steinkühler-Skulptur auf der Nordstraße ermöglicht. Dieser war nämlich schon vor Jahren der Henkelmann entwendet worden.

Der Sohn des Künstlers Heinrich Gerhard Bücker, der das Denkmal geschaffen hat, Matthias Bücker-de Silva, hatte den Henkelmann nach alten Vorlagen seines Vaters gefertigt und ihn fest mit dem Denkmal verbunden. Die gelungene Reparatur nahmen die Bauknechte zum Anlass, ihren Jahrgangsorden 2019 dem Steinkühler-Denkmal zu widmen.

Steinkühler ist Symbol des Aufschwungs
Der Steinkühler ist für Beckum Symbol des wirtschaftlichen Aufschwungs, denn die Steinkühler waren es, die mit ihrer Hände Arbeit den Aufbau der Zementindustrie Anfang des 20. Jahrhunderts erst möglich gemacht haben. Für diese schwere Arbeit war eine gute und kalorienreiche Ernährung unerlässlich. Deshalb gingen die Steinkühler nicht ohne Kaffeedüppe und Henkelmann aus dem Haus. Bei der Düppe streiten sich die Gelehrten, ob sie mit Kaffee oder mit Schnaps gefüllt war. Möglicherweise auch mit beidem, am Morgen mit Kaffee und auf dem Heimweg mit Schnaps. Im Henkelmann jedenfalls wurde die deftige Mittagsmahlzeit transportiert. Alle Arbeiter brachten ihr Mittagessen auf diese Weise mit, und die Firmen stellten flache Wannen bereit, in denen die Henkelmänner im Wasserbad erwärmt wurden.

Wie die Geschichte der Steinkühler ist auch die Geschichte des Denkmals spannend. Schon in den 60-er Jahren gab es Forderungen nach einem solchen Denkmal, vor allem aus dem Beckumer Norden. 1974 ergab sich dann eine gute Gelegenheit dieses Projekt zu realisieren, durch ein Geldgeschenk in Höhe von 10.000 DM, das der Kreis Warendorf gemeinsam mit den kreisangehörigen Gemeinden der Stadt Beckum zum 750-jährigen Stadtjubiläum gemacht hatte.

Künstlerwettbewerb für das Denkmal
Dem Auftrag ging ein Künstlerwettbewerb voraus, an dem sich 7 Künstlerinnen und Künstler beteiligten, nicht aber Heinrich Gerhard Bücker. Bei der Präsentation fand keiner der Entwürfe die Zustimmung der Kommission. Stattdessen erinnerte man sich, dass es auf dem Gelände des Phoenix-Zementwerks ein Steinkühler-Denkmal gab, das den Vorstellungen recht gut entsprach. So wurde HG Bücker gebeten, nachträglich als 8. Künstler sein Modell eines Steinkühlers einzureichen, und er erhielt den Auftrag.

1976 war es schließlich so weit, und das Denkmal fand seinen Platz in der Fußgängerzone Nordstraße. Sein Blick ist nach Norden gerichtet und damit in Richtung der Steinbrüche.

Jedes Jahr ein prägnantes Motiv
Die Bruderschaft der Beckumer Bauknechte lässt in jedem Jahr einen Orden mit einem prägnanten Beckumer Motiv fertigen. Die Orden werden ab sofort und bis Karneval zum Preis von 5 Euro verkauft. Der Erlös kommt der Restaurierung des Höxberg-Turms zugute. Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann ließ es sich nicht nehmen, bei der Vorstellung am Steinkühler dabei zu sein.