European Energy Award

Der European Energy Award® ist ein Managementsystem, eingebunden in ein Verfahren, das ermöglicht, die Qualität der Energieerzeugung und -nutzung in der Stadt Beckum zu bewerten und regelmäßig zu überprüfen.

Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz können identifiziert und erschlossen werden. Erfolge im Bereich der Energieeinsparung, der rationellen Energieverwendung und der Nutzung regenerativer Energieträger werden durch den eea bescheinigt (zertifiziert) und ausgezeichnet.

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Teilnahme am European Energy Award®, die Energieagentur NRW unterstützt die Kommunen bei der Durchführung.

Die Stadt Beckum nimmt seit 2010 mit Förderung des Landes am European Energy Award® (EEA) teil. Nach Bildung eines verwaltungsinternen Energie-Teams mit Beteiligung der Energieversorgung Beckum wurde eine umfangreiche Bestandsaufnahme zu Energiemanagement, Energieeffizienz, Energieberatung und zum Einsatz erneuerbarer Energien in Beckum erstellt. Nach interner Bewertung dieser Bestandsaufnahme in 2011 wurde daraus ein breit gefächerter EEA-Maßnahmen-Katalog entwickelt und mit der Umsetzung begonnen. Dieser Katalog wurde in 2012 als Energiepolitisches Arbeitsprogramm vom Rat beschlossen.

Im Dezember 2012 fand ein externes EEA-Audit unter Beteiligung der Firma Gertec durch Herrn Jansen vom TÜV Rheinland statt. Im Ergebnis hat die Stadt Beckum 286,6 Punkte von möglichen 436 Punkten erreicht, dieses entspricht einer Quote von 66%.

Der European Energy Award® wird ab einer Quote von 50% verliehen, ab 75% gibt es den EEA in Gold. Das bedeutet, dass die Stadt Beckum bei der erstmaligen Teilnahme insgesamt sehr positiv abgeschnitten hat. Dadurch werden die vielfältigen Anstrengungen im Aufgabenbereich Energie und Klima sichtbar und mit einer Auszeichnung für die Stadt belohnt.

Auszeichnung: Beckum ist Europäische Energie- und Klimaschutzkommune

Die Auszeichnung zum European Energy Award® für herausragende Erfolge im Energie- und Klimaschutzbereich wurde der Stadt Beckum am 5. November 2013 in Düsseldorf durch den nordrhein-westfälischen Umweltminister Johannes Remmel überreicht.

Im Besonderen gilt die Auszeichnung den Bereichen Energieverbrauch, Energiemanagement und Klimaschutz. Er ist zugleich Belohnung für die vielfältigen Aktivitäten des Energieteams und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung in den letzten vier Jahren.

Für die Stadt Beckum nahmen Heinz-Josef Heuckmann, Sabine Neuhaus und Tobias Illbruck vom Fachdienst Umwelt und Grün sowie Jutta Müller-Knipping von der Energieversorgung Beckum den Preis entgegen. Die Stadt darf nunmehr den Titel „Europäische Energie- und Klimaschutzstadt“ führen.

Ebenfalls ausgezeichnet wurden der Kreis Warendorf sowie die Kommunen Ostbevern, Telgte und Sendenhorst – deutliches Zeichen dafür, dass im Kreisgebiet Klimaschutz über Ortsgrenzen hinweg aktiv und engagiert betrieben wird.

Bereits Ende 2012 war die Stadt Beckum einer externen Zertifizierung unterzogen worden. Dabei erreichte sie mit 287 von 436 möglichen Punkten 66 Prozent des Maßnahmenkataloges.

Mit den sechs Handlungsfeldern des EEA-Maßnahmenkataloges wird das breite Spektrum kommunaler Energie- und Klimaschutzaktivitäten wirklichkeitsnah abgebildet. Beckum konnte dabei mit seinen vielfältigen Aktivitäten in allen Bereichen gut punkten.

Schwerpunkte waren dabei im Bereich 1 Entwicklungsplanung und Raumordnung das Rahmenkonzept Klimaschutz (2008) und das Integrierte Klimaschutzkonzept (2010) mit seinem vielfältigem Maßnahmengramm, das nun sukzessive umgesetzt wird. Aber auch in der Stadtentwicklung hat Beckum einiges zu bieten (z. B. Solarsiedlung Baugebiet 33).

Für die kommunalen Gebäude (Bereich 2) liegen umfassende Bestandsaufnahmen und Analysen vor, einige Gebäude (z. B. Kettelerschule oder Martinschule) sind bereits saniert worden. Seit Jahren werden die Energiekennzahlen aller Gebäude erfasst und ausgewertet.

Im Bereich 3, der Ver- und Entsorgung, ist die Stadt mit der Energieversorgung Beckum, ihrer Produkt- und Beratungspalette, der Bürgerenergiegenossenschaft und der Wasserversorgung gut aufgestellt. Positiv fallen hier ebenfalls Klargasnutzung und Kraft-Wärme-Kopplung ins Gewicht.

Der Fokus im Bereich 4, Mobilität, liegt in der flächendeckenden Verkehrsberuhigung, der Verbesserung des ÖPNV (z. B. durch den neuen Busbahnhof) und dem Ausbau des Radwegenetzes.

Im Bereich 5, Organisation, wird Klimaschutz in Personalressourcen, Produkten, Gremien und Budget ernst genommen. Hier punktete die Stadt zudem mit der Einrichtung der Stelle Klimamanagement und der Organisation im Arbeitskreis Klima und im Energieteam sowie der kontinuierlichen Berichterstattung und Einbindung der politischen Gremien.

Die Öffentlichkeitsarbeit mit ihrem vielfältigem Spektrum (Veranstaltungen, Beratungen, Aktionen, Schulprojekten etc.) wurde im Bereich 6, Kommunikation und Kooperation, positiv bewertet, ebenso die Zusammenarbeit mit EVB und Verbraucherzentrale in der Energieberatung, die Aktion Energi(e)sch sparen / Energie-Start-Beratung, etc.

Der European Energy Award® ist für die Stadt Beckum ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zu einem nachhaltigen Klimaschutz. Dazu laufen und starten bereits viele weitere Projekte:

Neuaufstellung des Verkehrsentwicklungsplans ab 2014, Energie-Einspar-Contracting in einer Vielzahl von Einrichtungen, ganzheitliche energetische Sanierung aller öffentlichen Gebäude bis 2030, energieautarker interkommunaler Bauhof, energieeffiziente Kläranlage, weiterer Ausbau des Radwegenetzes und Kreisverkehre, Entwicklung eines Förderprogramms „Beckum Faktor 5“ mit Architekten und Energieberatern, begleitende Energieberatung im Bauverfahren, Weiterführung der Stelle Klimamanagement, Masterplan Erneuerbare Energien Beckum, Errichtung eines Bürgerwindparks u. a. m.

Die Stadt Beckum ist damit im Klimaschutz insgesamt auf einem guten Weg; diesen gilt es konsequent weiter zu beschreiten.

Das Energie-Team wird im laufenden Jahr weiter an der Umsetzung der insgesamt 87 Maßnahmen des EEA-Maßnahmenkatalogs arbeiten und erneut ein internes Audit durchführen. Danach sollen Möglichkeiten der Fortführung des Projekts geprüft werden.

Aktueller Bericht zum European Energy Award