Klimaschutzpreis in Hannover abgeholt

Die Stadt Beckum gehört zu den Gewinnern beim Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2015“. Die Auszeichnung wurde für den Neubau des energieautarken Baubetriebshofs vergeben, der mehrere ehemalige Standorte in sich vereint.

Dank der klimafreundlichen Bauweise sorgt der von der Stadt Beckum und dem Landkreis Warendorf gemeinsam genutzte Neubau nicht nur für Synergieeffekte bei Arbeitsabläufen und Ausstattung, sondern auch für eine erhebliche CO2-Einsparung. Ausgeschrieben wurde der Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz“ vom Bundesumweltministerium und dem Deutschen Institut für Urbanistik. Kooperationspartner sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund.

Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann nahm am 1. Oktober 2015 den Preis in Hannover entgegen. Das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro ist in die Umsetzung weiterer Klimaschutz-Vorhaben zu investieren. Dr. Strothmann dazu: „Das Preisgeld soll zum einen für die Nutzung von Elektromobilität am interkommunalen Baubetriebshof und zum anderen für die weitere Umsetzung des Projektes ‚CO2-neutrale Schulen‘ in Beckum verwendet werden.“

Video über den ausgezeichneten Bauhof

Synergien nutzen, Ressourcen sparen

2010 entschloss sich die Stadt Beckum dazu, einen neuen Baubetriebshof zu bauen, um die ehemals drei Standorte, bestehend aus einem Bauhof und zwei Gärtnereien, zu einem zentralen Standort zusammenzulegen. Zusätzlich ergab sich die Möglichkeit, den Baubetriebshof des Kreises Warendorf in Beckum in dem Neubau unterzubringen und so ein interkommunales Kooperationsprojekt zu realisieren. Schnell war klar, dass neben arbeitstechnischen Synergieeffekten auch Klimaschutzaspekte eine entscheidende Rolle spielen sollten. So wurde der Baubetriebshof mit dem Ziel der Energieautarkie geplant. Für die Umsetzung wurde zusammen mit dem Kreis Warendorf eine Projektgruppe eingesetzt. Am Prozess beteiligt waren neben Bürgermeister, Kämmerer und Umweltdezernent auch der Landrat, die Leitungen des jeweiligen Amtes für Umweltschutz sowie die Betriebsleiter der Bauhöfe. Im Juni 2013 wurde das Gebäude in Betrieb genommen.

Durch die Zusammenlegung der unterschiedlichen Standorte wird nun die Kraftfahrzeug-Werkstatt gemeinsam genutzt. Verbrauchsgüter, wie Streusalz für den Winterdienst oder Splitt und Schotter für Straßenarbeiten werden gemeinsam angeschafft, Maschinen des Fuhrparks können ausgetauscht werden, und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Betriebshöfe können sich bei Bedarf gegenseitig aushelfen.


Energieautarkie dank ausgefeilter Gebäudetechnik

Einen wesentlichen Beitrag zur autonomen Versorgung des Gebäudes leistet die Hackschnitzelheizung mit einer Leistung von 126 Kilowatt, die das Gebäude mit Wärme und Warmwasser versorgt und ausschließlich mit Holzabfällen aus der Straßen- und Begleitgrünpflege der Stadt Beckum betrieben wird. Für die Stromversorgung ist eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 119 Kilowattpeak installiert worden, die mehr Strom produziert als benötigt wird. Darüber hinaus wird Regenwasser, das vom Dach der Gerätehalle abfließt, als Brauchwasser für die Kehrmaschine, für Fahrzeugwäsche oder für die Zubereitung der Salzsole im Winter verwendet. Ein eigener Brunnen deckt den restlichen Wasserbedarf ab.

Durch das Gemeinschaftsprojekt der Stadt Beckum zusammen mit dem Kreis Warendorf werden im Vergleich zu den ehemaligen Standorten pro Jahr rund 136 Tonnen CO2 eingespart.


Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz“

Den Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz“ gibt es bereits seit dem Jahr 2009. Im Jahr 2015 wurden insgesamt 119 Beiträge in drei unterschiedlichen Kategorien eingereicht. Die Stadt Beckum hat sich mit dem Projekt „Interkommunaler und energieautarker Baubetriebshof“ in der Kategorie „Kommunaler Klimaschutz durch Kooperation“ beworben. In dieser Kategorie gab es 45 Bewerber, aus denen drei Gewinner ausgewählt wurden.


Projektbeschreibung