Gemeindeprüfungsanstalt stellt Prüfergebnisse vor

„Hier wird solide gearbeitet“

Dort stellte er gemeinsam mit Projektleiterin Friederike Wandmacher die Ergebnisse der turnusmäßigen Prüfung bei der Stadt Beckum vor. Im Rahmen der vergleichenden Prüfung mit gleichartigen Kommunen hat die GPA verschiedene Arbeitsbereiche der Stadt Beckum untersucht und der Verwaltung im Ergebnis nun ein gutes Zeugnis ausgestellt.

Untersucht wurden die Bereiche Finanzen, Zahlungsabwicklung und Vollstreckung, Gremienarbeit, Personal, Organisation und IT, Kommunales Krisenmanagement und Hilfen zur Erziehung. Bei der Betrachtung der Haushaltssituation stellen die Prüferinnen und Prüfer fest, dass sich die Lage auch für die Stadt Beckum deutlich verschlechtert hat. Internationale Krisen, die Wirtschaftslage und steigende Transferleistungen haben die Haushaltssituation ab 2024 mit negativen Ergebnissen verändert. Bis 2028 plant die Stadt einen deutlichen Anstieg ihrer Kreditverbindlichkeiten. „Das steigende Kreditvolumen führt zu höheren Zins- und Tilgungslasten, die zukünftige Haushalte belasten“, so Projektleiterin Friederike Wandmacher.

Im Prüfgebiet Personal, Organisation und IT hat die GPA unter anderem geprüft, wie sich die Stadt Beckum angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels aufstellt. „Neben einer aktiven und gut organisierten Recruitingpraxis setzt Beckum verstärkt auf interkommunale Zusammenarbeit und nutzt die Möglichkeiten des Quereinstieges von Fachfremden, der Digitalisierung sowie den Einsatz von Ehrenamtlichen“, lobt die Expertin. Die GPA empfiehlt der Stadt Beckum zusätzlich, das Prozessmanagement weiter auszubauen. Die Digitalisierung werde aktiv vorangetrieben, die Organisation der Informationstechnik ermögliche eine hohe Flexibilität in der strategischen und operativen Steuerung, heißt es in dem Bericht weiter.

Auch im kommunalen Krisenmanagement ist die Stadt Beckum bereits gut aufgestellt. Prozesse werden weiter optimiert, um für zukünftige außergewöhnliche Ereignisse noch besser gewappnet zu sein.

Bei den Hilfen zur Erziehung je 1 000 Einwohnerinnen und Einwohner gehört die Stadt Beckum zu der Hälfte der Vergleichskommunen mit den höchsten Fallzahlen. „Positiv wirkt sich jedoch aus, dass die Aufwendungen je Hilfefall sehr niedrig sind“, so Wandmacher. Der Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe bezieht die Wirtschaftliche Jugendhilfe in das Controlling mittels Fachsoftware ein: „Die Analyse der Entwicklung von Aufwendungen und Fallzahlen im Rahmen des Berichts Kinder- und Jugendhilfe bewerten wir sehr positiv“, resümiert die Projektleiterin.

Bürgermeister Michael Gerdhenrich erklärte zu den Prüfergebnissen: „Die alle fünf Jahre stattfindende Prüfung durch die GPA NRW gibt uns immer wieder Impulse und bietet Handlungsoptionen, wie die Arbeit der Stadt Beckum und der Einsatz des Personals unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten sowie der gesellschaftlichen Herausforderungen effizienter gestaltet werden können.“

Hintergrund: 
Die GPA NRW hat die Stadt Beckum im Rahmen der turnusmäßigen Prüfung aller mittleren kreisangehörigen Kommunen mit einer Einwohnerzahl von bis zu 60 000 untersucht. Alle Feststellungen und Empfehlungen der GPA NRW zu den thematischen Handlungsfeldern sind im 206 Seiten langen Prüfungsbericht für die Stadt Beckum zusammengefasst.

Die GPA NRW ist Teil der staatlichen Aufsicht des Landes für die Kommunen und wurde im Jahr 2003 gegründet. Sie hat ihren Sitz in Herne. Ihr ist durch Gesetz und Gemeindeordnung die überörtliche Prüfung aller 396 Kommunen, der 30 Kreise sowie der Städteregion Aachen, der beiden Landschaftsverbände und des Regionalverbandes Ruhr übertragen. Präsident der GPA NRW ist seit 15. September 2023 Bürgermeister a. D. Michael Esken.