Nachlese
Romantik-Konzert der Extraklasse
„Ein Konzertgenuss vom Feinsten“, so das einhellige Urteil der Gäste nach dem Konzert, das mit stehenden Ovationen belohnt wurde.
Mit Felix Mendelssohn Bartholdys „Lied ohne Worte“ eröffnete Kirschnereit den Konzertabend. Als Mendelssohn in Reinkultur stellte Kirschnereit das Stück vor und erläuterte zudem den Lebensweg des Komponisten, der schon zu seinen Lebzeiten als Superstar gefeiert wurde.
Richard Wagners „Sonate für das Album von Frau M.W.“ setzte den Abend fort. Hinter M.W verberge sich Mathilde Wesendonck, Wagners zeitweilige Muse und Geliebte, so Kirschnereit, der sich am Konzertabend auch als eloquenter Kommunikator erwies, der den Gästen seine Sicht auf die dargebotenen Werke vermittelte.
Mit dem Stück „Erinnerung“ von Anton Bruckner, der wie Wagner kein Pianist war, zeigte Kirschnereit die eher unbekannte Seite des Komponisten. Eine Nocturne sowie ein Scherzo von Frédéric Chopin, der ausschließlich Klavierstücke komponierte, geleiteten die Gäste zur Pause.
Der zweite Teil des Konzertabends war der Sonate f-Moll, opus 5, von Johannes Brahms gewidmet. Matthias Kirschnereit bezeichnete die Sonate, bei der viele Motive Robert Schumanns Musik als Vorbild haben, als eine verschleierte Sinfonie. Brahms Lebensmotto „Frei, aber einsam“ werde in der Sonate sichtbar. Erst nach zwei Zugaben mit Stücken des Frühromantikers Franz Schubert sowie des Spätromantikers Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow durfte Matthias Kirschnereit die Bühne verlassen.
Mit und durch Matthias Kirschnereit wurde die Musik am Konzertabend zu einer Botschaft, zu einer persönlichen Ansprache, die der Künstler mit größter Intensität und Intimität darbot. Es gelang ihm, die Konzertgäste zu berühren und aufzuwühlen. Bei Kirschnereit bekommt Musik eine Seele.

