Mit den Beckumer Bauknechten

Runderneuerte Soestwarte wieder geöffnet

Gemeinsam mit den Beckumer Bauknechten und weiteren Unterstützern haben Bürgermeister Michael Gerdhenrich sowie Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung die gelungene Wiederherstellung des historischen Turms gefeiert. Auch die Fuchsgruppe der nahegelegenen Waldkita stattete der Soestwarte einen neugierigen Besuch ab.

Kitakinder blicken nach unten
Von oben können sie ihre Kita und den Spielplatz auf dem Höxberg sehen, die Kinder der nahegelegenen Waldkita.

Ein Wahrzeichen in neuem Glanz

Die Soestwarte präsentiert sich nach einer grundlegenden Sanierung wieder als attraktives Ausflugsziel auf dem Höxberg. Die Außenfassade wurde vollständig erneuert, nachdem defekte Fugen und Frostschäden zu Rissen im Mauerwerk geführt hatten. Auch die Tragkonstruktion der alten Holztreppe war stark beschädigt, sodass diese nicht mehr genutzt werden konnte. Da eine Reparatur nicht möglich und eine neue Holzkonstruktion nicht wirtschaftlich gewesen wäre, wurde eine langlebige Stahlspindeltreppe eingebaut, die nun einen sicheren Aufstieg ermöglicht.

Beckumer Anschläge
Sind endlich wieder zu bewundern: die Beckumer Anschläge im Inneren des Turmes.

„Ich bedanke mich für den überragenden Einsatz der Beckumer Bauknechte und der weiteren Förderer. Man sieht die große Identifikation mit dem Bauwerk“, erklärte Bürgermeister Michael Gerdhenrich beim Fototermin. Franz-Josef Möllers wiederum dankte den Bauknechten, die mit der Drehorgel über Jahre Spenden für den Turm gesammelt haben.

Mehrere Fachfirmen waren an der Sanierung beteiligt. Neben der Fassaden- und Treppeninstandsetzung wurden auch Maler, Maurer- und Natursteinarbeiten durch heimische Firmen ausgeführt. Leider konnte der Zeitplan aufgrund der Insolvenz einer beteiligten Firma nicht eingehalten werden. Umso größer ist nun die Freude aller Beteiligten, dass der Turm wieder bestiegen werden kann – mit einem eindrucksvollen Blick in die Ferne.

Touristische Bedeutung für Beckum

Blick in die Ferne
Der Aufstieg lohnt sich. Von oben bietet sich ein weiter Blick in alle Richtungen.
Beckumer Bauknechte
Viele Beckumer Bauknechte sind gekommen, um die Wiedereröffnung zu feiern.

Die Soestwarte ist nicht nur ein bedeutendes Denkmal der regionalen Geschichte, sondern auch ein beliebtes Ziel für Wandernde, Familien und Ausflügler. Als markanter Aussichtspunkt auf dem Höxberg verbindet sie Naturerlebnis, Stadtgeschichte und Weitblick. Mit der Sanierung gewinnt Beckum ein wichtiges touristisches Highlight zurück, das sowohl Einheimische als auch Gäste anzieht und die Attraktivität des Naherholungsgebiets weiter stärkt.

Um die Besucherinformation zu verbessern, planen die Beckumer Bauknechte den Verkauf der ausgebauten Holzstufen. Der Erlös soll in neue Beschilderungen für die Plattform fließen. So erfahren Gäste künftig auf einen Blick, wie weit es etwa nach Berlin (400 Kilometer) oder zur Partnerstadt Seebad Heringsdorf (430 Kilometer) ist – auch wenn der Blick natürlich nicht ganz so weit reicht.

Kosten, Förderung und Spenden:

  • Fassadensanierung: 118.000 Euro, davon rund 40.000 Euro Förderung durch ein Sonderprogramm des LWL-Denkmalschutzes
  • Treppenanlage: 168.000 Euro
  • Innensanierung: 21.000 Euro
  • Gesamtkosten: 307.000 Euro
  • Die Bruderschaft der Beckumer Bauknechte unterstützen die Sanierung mit 30.000 Euro. Weitere 10.000 Euro wurden beim Ortstermin zugesagt.

Soestwarte

Soestwarte auf dem Höxberg

  • 1464 erstmals urkundlich erwähnt als Teil der im 14. Jahrhundert angelegten Beckumer Landwehr
  • diente der Sicherung der Stadt sowie der umliegenden Felder und Weiden
  • ursprüngliche Höhe: 11,20 Meter; nach der Aufstockung 1889 heute 23,30 Meter
  • Durchmesser: 5,80 Meter; Mauerstärke: 1 Meter (oben 0,5 Meter)
  • Plattformdurchmesser: 5 Meter; Zinnen im Stil der deutschen Burgenromantik
  • 1955: Entfernung des Turmzimmers und des Umgangs, Abriss des alten Kottens, Bau eines Hotels
  • Heute: Aussichtsturm und Hauptdreieckspunkt der Vermessungstechnik

Der Turm ist tagsüber (genauere Zeiten werden in Kürze bekanntgegeben) an 7 Tagen in der Woche geöffnet.