AWG und Stadt Beckum setzen auf Kooperation

Biotonnen richtig befüllen

Falsch befüllte Biotonnen sind seit Jahren ein Problem – mit negativen Folgen für Umwelt, Kompostqualität und Entsorgungskosten. Während Kontrollen bislang nur zeitlich begrenzt oder stichprobenartig durchgeführt wurden, gehen die Stadt Beckum und die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf mbH (AWG), nun einen konsequenten Schritt weiter und kontrollieren regelmäßig.

Dafür setzt die Stadt Beckum auf die Unterstützung der AWG, die dafür im Auftrag der beteiligten Städte und Gemeinden einen Kontrolleur eingestellt hat. Seit dieser Woche kontrolliert der Mitarbeiter die bereitgestellten Biotonnen in Beckum auf sogenannte Störstoffe – also Abfälle, die nicht in die Biotonne gehören.

„Hintergrund dieser Maßnahme ist, dass Fehlwürfe wie Kunststoffbeutel, Windeln oder verpackte Lebensmittel im Kompostwerk in Ennigerloh nur mit hohem technischen und finanziellen Aufwand wieder aussortiert werden können. Die höheren Kosten werden dann den jeweiligen Städten und Gemeinden in Rechnung gestellt. Diese Fehlwürfe zahlen dann letztlich alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt“, erklärt Silke Stöppel, Ansprechpartnerin für die Abfallwirtschaft in der Stadt Beckum. Zudem verschlechterten die Störstoffe die Qualität des erzeugten Komposts. „Mit den nun dauerhaft angelegten Kontrollen soll die Bioabfallqualität langfristig und nachhaltig verbessert werden“, betont sie.

Rote und gelbe Karten

Die Bewertung der Biotonnen erfolgt mit gelben und roten Karten. Eine gelbe Karte an der Tonne bedeutet, dass der Kontrolleur Fehlwürfe festgestellt hat und dass eine bessere Trennung möglich ist, die Tonne wird aber geleert. Wer eine rote Karte vorfindet, muss bis zum nächsten Abfuhrtermin nachsortieren. Die Tonne wird nicht abgefahren, da darin erhebliche Mengen an Störstoffen gefunden worden sind. Tonnen, die keine Karte bekommen haben, sind vorbildlich befüllt.

Silke Stöppel weist darauf hin, dass die Kontrollen unmittelbar vor oder während der regulären Abfuhr stattfinden. Daher könne es am Abfuhrtag zu zeitlichen Verschiebungen kommen – sowohl nach vorne als auch nach hinten. Alle Biotonnen müssten daher wie gewohnt bis spätestens 7 Uhr bereitgestellt sein.

Mit dem stetigen Kontrollsystem wollen die Stadt Beckum und die AWG gemeinsam ein klares Zeichen setzen: Saubere Bioabfälle sind Voraussetzung für hochwertigen Kompost und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.

Die Biotonne richtig befüllen

Das gehört hinein:

  • Küchenabfälle wie Obst (auch Zitrusfrüchte und Bananen), Gemüse- und Speisereste
  • Kaffeesatz mit Filter, Eierschalen, Teebeutel
  • Gartenabfälle wie verwelkte Blumen, Rasen- und Strauchschnitt, Laub und Wildkräuter

 

Das gehört nicht hinein:

  • als „kompostierbar“ deklarierte Abfalltüten aus Kunststoff (diese sind laut Abfallsatzung verboten)
  • Plastik- und Müllbeutel
  • Einwegwindeln, Hygieneartikel
  • Staubsaugerbeutel, Zigarettenkippen und -asche
  • Grill-, Ofen- und Holzasche
  • behandeltes Holz, Straßenkehricht
  • Leder, Wolle, Haare, Federn, Knochen
  • Blumentöpfe, Hydrokultursubstrat
  • Katzen- und Kleintierstreu, Vogelsand

 

Weitere Informationen gibt es unter www.ecowest-verbund.de/bio-kampagne