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Umgestaltung Platz der Städtepartnerschaft und Park Villa Moll
Im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts für die Innenstadt Neubeckum (ISEK Neubeckum) ist in den kommenden Jahren vorgesehen, die zentral gelegenen Grünanlagen „Platz der Städtepartnerschaft“ und „Park Villa Moll“ neu zu gestalten und aufzuwerten. Ziel der Maßnahmen ist die Schaffung attraktiver und hochwertiger Aufenthaltsbereiche für alle Generationen.
Im Zuge des Tags der Städtebauförderung wurden am 9. Mai 2026 erste Vorentwürfe präsentiert, darunter zwei Varianten für den „Platz der Städtepartnerschaft“ sowie eine Variante für den „Park Villa Moll“. Die Vorentwürfe wurden gemeinsam mit der Bürgerschaft vor Ort diskutiert und es bestand die Möglichkeit Ideen und Anregungen abzugeben. Viele Bürgerinnen und Bürger nutzten diese Gelegenheit. Die Dokumentation der Beteiligung wird aktuell erarbeitet und anschließend ebenfalls online bereitgestellt.
Ziel ist es nun, aus den Varianten unter Berücksichtigung der Beteiligungsergebnisse sowie der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit für beide Parks eine Vorzugsvariante zu erarbeiten. Die Vorzugsvarianten werden anschließend politisch im Herbst 2026 beraten. Eine bauliche Umsetzung ist für 2027 geplant.
Erläuterung Vorentwürfe Platz der Städtepartnerschaften
Der Planungsraum befindet sich im innerstädtischen Bereich an der Hauptstraße/Martin-Luther-Straße in Neubeckum und ist durch bestehende Wegebeziehungen sowie einen wertvollen Baumbestand geprägt. Ziel der Planung ist eine bestandsorientierte Aufwertung des Stadtparks mit dem Schwerpunkt Begegnung, Bewegung und Aufenthalt.
Die Variante 1 verfolgt einen ressourcenschonenden Ansatz mit einem weitgehenden Erhalt des Bestandes. Vorhandene Wegeführungen und prägende Baumstrukturen werden übernommen und behutsam weiterentwickelt, um die Nutzbarkeit für alle Altersgruppen zu verbessern. Die bestehende Raumstruktur bleibt erhalten und wird durch punktuelle Ergänzungen gestärkt. Wege werden teilweise angepasst, ergänzt und funktional ertüchtigt. Bestehende Aufenthaltsbereiche und Treffpunkte werden aufgewertet und durch zusätzliche Sitzmöglichkeiten, Liegebänke sowie kleinere Aufenthaltsinseln ergänzt. Dabei bleibt der offene und flexibel nutzbare Charakter des Stadtraums bestehen.
Spielangebote werden integriert und behutsam erweitert. Ergänzende temporäre oder saisonale Elemente könnten zusätzliche Aufenthaltsqualitäten schaffen. Mit dem sogenannten „Freundschaftshain“ erhält der Park zudem ein identitätsstiftendes Element, das die Symbolik der Städtepartnerschaften durch gruppierte Gehölze und gestalterische Akzente sichtbar macht. Dort könnte das Thema der Städtepartnerschaften auch nachträglich weiter bespielt werden. Insgesamt entsteht ein robuster, nachhaltiger und wirtschaftlich umsetzbarer Park mit geringer Eingriffstiefe und hoher Orientierung am Bestand.
Die Variante 2 entwickelt den Ansatz des Bestandserhaltes weiter und ergänzt diesen um einen durchgehenden Rundweg als zentrales Gestaltungselement. Dieser verbindet alle Teilbereiche miteinander, verbessert die Orientierung und stärkt den Park als zusammenhängenden Erlebnisraum. Bestehende Wege werden integriert und zu einem geschlossenen Wegenetz ergänzt. Innerhalb des Rundwegs entstehen differenzierte Nutzungsbereiche mit unterschiedlichen Qualitäten. Die „grüne Insel“ als zentrale Spiel- und Liegewiese bildet einen offenen Freiraum für Aufenthalt und informelle Nutzung. Zusätzliche Angebote wie Freisportelemente oder Spielgeräte könnten die Nutzungsvielfalt erweitern und sprechen unterschiedliche Nutzergruppen an.
Auch in dieser Variante werden die Städtepartnerschaften durch den „Freundschaftshain“ mit optional zu ergänzenden gestalterischen Elementen thematisiert. Die Elemente werden behutsam in die neue Wegeführung integriert und dienen zugleich als Orientierungspunkte.
Der vorhandene Baumbestand bleibt in beiden Varianten das prägende räumliche Gerüst und wird durch freiwachsende Heckenstrukturen sowie offene Rasenflächen ergänzt. Insgesamt entsteht ein klar strukturierter Park mit verbesserter Erlebbarkeit, hoher Aufenthaltsqualität und flexiblen Entwicklungsmöglichkeiten.
Erläuterung Vorentwurf Park Villa Moll
Ziel der Aufwertung des Parks ist die Entwicklung eines ruhigen und klar strukturierten Landschaftsraumes, der die historische Bedeutung des ehemaligen Villengartens bewahrt, ohne eine rekonstruierende Gestaltung anzustreben. Der Park soll als bewusst zurückhaltender Gegenpol zu stärker genutzten Freiräumen im Umfeld dienen und Raum für Aufenthalt, Bewegung und Erholung bieten. Der Entwurf verfolgt dabei einen reduzierten und zeitgemäßen Ansatz, bei dem einzelne bauliche Elemente gezielt eingesetzt und mit einem ruhig entwickelten Vegetationsbestand kombiniert werden.
Die Wegeführung orientiert sich am Bestand und stärkt bestehende Raumbeziehungen. Wassergebundene Wegedecken ohne Einfassungen ermöglichen fließende Übergänge zu angrenzenden Grünflächen. Ein zusätzlicher Zugang im südöstlichen Bereich verbessert die Anbindung an das umliegende Wegenetz und erhöht die Durchlässigkeit des Parks, ohne dessen ruhigen Charakter zu beeinträchtigen. Die Eingänge könnten durch gestalterische Elemente betont werden.
Das Vegetationskonzept entwickelt den Park als schattengeprägten Landschaftsraum weiter. Bestehende Gehölzstrukturen bleiben erhalten und werden durch klimaangepasste, robuste Gehölze ergänzt, insbesondere entlang der südöstlichen und straßenbegleitenden Bereiche. Dadurch entstehen visuelle Abschirmungen sowie Puffer gegenüber Immissionen. Ergänzend sorgen bodendeckende Stauden, Gräser, Farne und flächig eingesetzte Frühjahrsblüher für eine ruhige und homogene Flächenwirkung. Die Pflanzung folgt insgesamt dem Prinzip der Reduktion und Pflegeextensivierung, um langfristig stabile und wirtschaftliche Vegetationsbilder zu schaffen.
Zur Steigerung der Aufenthaltsqualität werden Sitzgelegenheiten gezielt im Park angeordnet. Die Ausstattung erfolgt in einer schlichten, zeitgemäßen Formensprache mit langlebigen Materialien. Auch die Beleuchtung ist bewusst zurückhaltend gestaltet und konzentriert sich auf Hauptwege und Zugänge. Blendfreie Leuchten mit warmweißem Licht sorgen für Orientierung und Sicherheit, während eine flächige Ausleuchtung der Vegetation vermieden wird, um die ruhige Atmosphäre des Parks zu erhalten.
Die ökologische Qualität des Parks wird durch strukturreiche Vegetationsflächen sowie ergänzende Maßnahmen zur Förderung der Fauna gestärkt. Dazu zählen unter anderem Nistkästen für Vögel und habitatfördernde Elemente für Insekten in ruhigen Randbereichen. Auf zusätzliche nutzungsintensive Einrichtungen wird bewusst verzichtet, um den Charakter des Parks als ruhigen Rückzugsort langfristig zu sichern. Insgesamt setzt die Sanierung auf wenige, gezielte Eingriffe, die den Park stärken, besser erschließen und nachhaltig weiterentwickeln.
